Emmericher erklimmen 4000er

Ferienfreizeit : Emmericher erklimmen einen 4000er

Erneut hat sich eine Gruppe Jugendlicher aus Emmerich, Hüthum und Elten bei der Randa-Freizeit der St. Vitus Gemeinde in die Berge der Schweizer Alpen gewagt. Für einige von ihnen ging es sogar bis auf den Gipfel.

Das Rauschen von Gletscherbächen in den Ohren und ein prachtvolles Bergpanorama mit schneebedeckten Gletschern vor den Augen. Auch in diesem Jahr ging es für einige junge Erwachsene aus Emmerich, Hüthum und Elten wieder „Ab in den Süden“. Nicht aber wie zu vermuten ans Mittelmeer, sondern in die Schweizer Alpen. Genauer gesagt nach Randa im Mattertal.

In 16 Tagen sollten verschiedenste Gipfel erklommen werden. Als erstes waren das Randakreuz und die Charles Kuonen Hängebrücke an der Reihe. Für einige Teilnehmer war an diesem Tag leider schon nach 300 Höhenmetern am Randakreuz Endstation, da sich die ersten Blasen bildeten. Wen die Blasen noch nicht ereilt hatten, der konnte seinen Weg zur Hängebrücke fortsetzen und sich den Wind und die frische Bergluft um die Nase pfeifen lassen. Nach dem Abstieg stand nach einer kurzen Erholungspause an der Hütte auch schon die Essenszubereitung an.

Bei bestem Wetter und idealer Sicht erklommen die Reiseteilnehmer den 4000 Meter hohen Berg. Foto: linsen

Die folgenden Tage verliefen ähnlich. Nach einem Frühstück zwischen 8 und 11 Uhr, abhängig vom Tagesplan, ging es zum Einstieg der jeweiligen Wandertour. Gegen Nachmittag ging es dann meist wieder zurück zur Hütte. Natürlich kann man nicht 16 Tage am Stück wandern. Deshalb standen auch zwei Schwimmbadbesuche im Thermalbad in Brigerbad oder bei 30 Grad im Schatten ein Ausflug zum Schalisee zwischen Täsch und Randa an.

Eine Besonderheit der diesjährigen Freizeit waren der 17. und 18. Geburtstag zweier Teilnehmer. Auf Wunsch der beiden Geburtstagskinder wurde sowohl in den Geburtstag hinein als auch wieder hinaus gefeiert.

Wie in jedem Jahr stand natürlich auch in diesem Jahr wieder eine 4000er-Tour an. Hierbei handelt es sich um die Besteigung eines über 4000 Meter hohen Berges. Solch eine Tour erfordert etwas Erfahrung, weshalb es in diesem Jahr für drei alteingesessene und somit erfahrene Teilnehmer auf das 4153 Meter hohe Bishorn ging. Am Morgen ging es für Johannes Spiegelhoff, Timon te Kempel und Jonas Wissing – für alle drei war es der dritte 4000er – um 7.30 Uhr nach Zermatt, wo sie auf ihren Bergführer Christoph Krott trafen. Dieser hatte auch schon in den vergangenen Jahren einige 4000er-Touren der Freizeit begleitet. Die diesjährige Tour wurde in zwei Etappen absolviert. „Die Besteigung besteht aus zwei Touren. Es gibt zum einen den Hüttenaufstieg und zum anderen den eigentlichen Gipfelaufstieg“, erzählte Jonas Wissing nach der Tour.

Am ersten Tag legten die drei Gipfelstürmer rund 1600 Höhenmeter zurück, um die Rasthütte auf ungefähr 3200 Metern zu erreichen. „Aufgrund der Wärme und einiger Geröllfeldern war der Hüttenaufstieg auch das schwerere Stück der Tour“, sagte Johannes Spiegelhoff. Im Morgengrauen startete die Gruppe dann um 5 Uhr den Gipfelaufstieg. Für die rund 900 Höhenmeter, mit größtenteils verschneiten Wegen, brauchten sie knapp drei Stunden. Am Gipfelkreuz angekommen entschloss man sich dann noch dazu, den nur 20 Meter entfernt liegenden Gipfel des Pointe Burnaby zu erklimmen. „Wenn man einmal oben ist, kann man auch beide Gipfel mitnehmen. Man geht ja meist kein zweites Mal dort hoch“, sagte Jonas Wissing. Gegen 17 Uhr konnte man die Gruppe wohlbehalten wieder an der Augustinushütte begrüßen.

Die Randafreizeit ist für die meisten Teilnehmer das Highlight des Jahres. Viele kommen schon seit mehreren Jahren in die Augustinushütte und das nicht nur im Sommer. „Randa ist für viele wie eine zweite Heimat“, sagte Johannes Spiegelhoff aus Hüthum mit einem Lächeln im Gesicht. Er selbst ist schon seit vier Jahren dabei und war auch schon mehrmals im Jahr in Randa. Jan Wittenhorst aus Elten ist ebenfalls schon lange dabei. Der 19-Jährige war vor fünf Jahren das erste Mal in Randa und war dieses Jahr zum ersten Mal als Betreuer mit dabei. „Das Randafieber hat mich schon nach meiner ersten Freizeit infiziert“, sagte er. Auch Nils van Nüß aus Emmerich, der dieses Jahr zum ersten Mal in Randa war, hat einen positiven Eindruck mit nach Hause genommen. „Ich werde nächstes Jahr, wenn ich es schaffe, auch wieder dabei sein. Immerhin habe ich noch eine Rechnung mit einem 4000er offen“, sagte der 17-Jährige, der aufgrund einer Fußverletzung nicht seine erste 4000er-Tour bestreiten konnte.

Man merkt, die Randafreizeit der St. Vitus Gemeinde Elten ist ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten. Ich selbst war dieses Jahr ebenfalls zum ersten Mal in Randa und kann den obenstehenden Aussagen nur zustimmen. Wir hatten in den 16 Tagen in Randa viel Spaß, was nicht zuletzt den Leitern Martin Peters, Dominique Huyben, Jan Wittenhorst und Organisator Theo van Doornick zu verdanken ist. Sie haben mal wieder eine tolle Freizeit auf die Beine gestellt, die keiner der Teilnehmer so schnell vergessen wird. Man kann also nur sagen: Ciao Randa und bis zum nächsten Jahr!