Emmerich: Zwischenfall in Chemiewerk - Polizistin verletzt

Polizistin verletzt: Zwischenfall in Chemiewerk in Emmerich

Aus einem Chemiewerk in Emmerich ist in der Nacht zu Mittwoch Säure ausgetreten. Eine Polizeibeamtin musste mit Atembeschwerden in eine Klinik gebracht werden.

Als Folge einer technischen Störung in einer Anlage des Chemieunternehmens KLK (ehemals Unichema) am Steintor ist in der Nacht zu Mittwoch eine Tonne eines Fettsäure-Glycerin-Gemischs ausgetreten. Eine Polizistin die zu den ersten Einsatzkräften gehörte, die am Ort des Geschehens eintrafen, hatte über eine Reizung der Atemwege geklagt und war vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden, das sie aber noch in der Nacht wieder verlassen konnte.

Die Feuerwehr war mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort. Dazu waren auch die ABC-Erkunder des Kreises Kleve alarmiert worden sowie eine Sondereinsatzgruppe der Malteser. Über die Katastrophen-Schutz-App "NINA" und im Radio wurde die Bevölkerung gewarnt und dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Nach Angaben von KLK-Prokurist Friedhelm Hox, bestand für die Bevölkerung jedoch keine Gefahr. "Das Fettsäure-Glycerin-Gemisch ist ungiftig, hat aber beim Einatmen eine leicht reizende Wirkung", erklärte er Mittwoch gegenüber der Rheinischen Post. Das bestätigte auch die Emmericher Feuerwehr, die unter Atemschutz den freigesetzten Stoff großflächig mit Wasser besprühte und so schnell dafür sorgte, dass er sich nicht weiter verbreiten konnte.

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Der Austritt des chemischen Stoffes hatte sich gegen 0.15 Uhr ereignet. Grund war laut KLK der technische Defekt eines Ventils, der dazu führte, dass über ein Sicherheitsventil Druck abgelassen werden musste. Dadurch trat der Fettsäure-Glycerin-Dampf über das Dach der Produktionshalle aus. "Der Vorfall ist von unserer zentralen Messtechnik gleich bemerkt worden. Daraufhin wurde sofort die Feuerwehr alarmiert", schildert Friedhelm Hox das Geschehen.

Das Eingreifen der Feuerwehr zeigte sehr schnell Wirkung. Nach Angaben der Stadt war in der Zwischenzeit auch geprüft worden, ob eine Sperrung der naheliegenden Rheinbrücke notwendig wäre. Dies sei jedoch nicht erforderlich gewesen. Der Einsatz konnte nach gut anderthalb Stunden beendet werden. Um 1.45 Uhr wurde offiziell Entwarnung gegeben. Einen größeren Schaden an der Anlage gab es nicht.

KLK ist ein oleochemischer Betrieb, der pflanzliche Stoffe unter anderem für die Produktion der Kunststoff- oder der Kosmetikindustrie verarbeitet. Die Anlage, in der sich der technische Defekt ereignete, befindet sich auf dem KLK-Gelände Richtung Rheinbrücke, also nicht zur Martini-Schule oder anderer Wohnbebauung hin.

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