Emmerich: Zweijähriger schickt totem Opa Brief und bekommt eine Antwort

Eltern suchen Absender : Kleiner Junge aus Emmerich bekommt Post von „Opa Oben“

Luca kennt seinen toten Opa nur aus Erzählungen. Das reicht dem kleinen Emmericher nicht. Er schickt Luftballons mit einem Brief zu „Opa Oben“ in den Himmel. Zwei Tage später gibt es eine emotionale Überraschung.

Es war ein grauer, regnerischer Tag als Luca, begleitet von seiner Mutter, in den Garten ging und drei bunte Luftballons steigen ließ. An ihnen befestigt: ein Brief an seinen toten Opa.

Luca wird in der kommenden Woche drei Jahre alt und kennt seinen Opa nur aus Erzählungen, Videos und von Bildern. Für ihn ist er nur „Opa Oben“. „Mein Vater ist im Jahr 2013 gestorben, wir wollten aber, dass Luca seinen Opa trotzdem kennenlernt“, sagt Mutter Jenny Krogull. Daher habe sie Luca gesagt, er lebe nun im Himmel. Für Luca ein Ort, wie jeder andere. „Zuerst kam er zu uns und sagte, wir müssten jetzt eine Treppe in den Himmel bauen“, sagt Jenny Krogull.

Mit Erklärungen, dass das nicht ginge, ließ Luca sich aber nicht abspeisen: Dann solle Papa Jens halt eine Rakete bauen, die in den Himmel flöge. Später kam die Familie auf die Idee mit den Luftballons. „Ich habe das schon oft bei Hochzeiten gesehen. Damit gerechnet, dass sich auch tatsächlich jemand meldet, habe ich aber nicht“, sagt die Emmericherin. Zwei Tage später aber fanden sie einen Brief im Briefkasten. Adressiert an Luca Krogull. Die Familie traute zunächst ihren Augen nicht. „Ich musste tief schlucken“, sagt Jenny Krogull. Als sie den Brief dann öffnete, wurde es sehr emotional. „Ich habe nach dem ersten Satz schon weinen müssen. So einfühlsam und kindgerecht war er geschrieben. Das hat uns sehr tief berührt.“

„Wenn Du mich auch nicht mehr sehen kannst, bin ich doch immer in Deiner Nähe“, steht in dem Brief unter anderem geschrieben. Entsprechend groß war die Freude bei Luca. Voller Stolz sei er zu seiner Oma gegangen und habe ihr von dem Brief berichtet.

Der Brief, den Luca erhielt.

Abgestempelt wurde der Brief im wenige Kilometer entfernten Rees. Die Krogulls hoffen nun, den Absender zu finden, um sich zu bedanken. „Das Erste, was ich machen würde, wäre den Absender fest zu umarmen“, sagt Jenny Krogull. Helfen soll bei der Suche auch ein Facebook-Post, der inzwischen weit mehr als 3000 Mal geteilt wurde und Menschen in ganz Deutschland berührt. „Mit einer solchen Resonanz habe ich nicht gerechnet“, sagt Krogull, die mit ihrer Familie gerade Urlaub macht. Wenn es aber helfe, den Absender zu finden, sei es super.

Ob Luca nun jeden Tag Luftballons in die Luft steigen lässt, um mit seinem Opa zu sprechen? „Dass das nicht geht, müssen wir ihm jetzt natürlich irgendwie erklären. Aber zu besonderen Tagen, zum Beispiel am Geburtstag meines Vaters, machen wir es vielleicht nochmal“, sagt Jenny Krogull. Und Luca hofft auch dann wieder auf eine Antwort von „Opa Oben“.

(maxk)
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