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Emmerich: Wirte fordern Hilfe an der Promenade

Emmerich : Wirte fordern Hilfe an der Promenade

In Corona-Zeiten hat es die Gastronomie schon schwer genug. Eine alte Satzung aus dem Jahr 2006 verhindert jetzt auch noch, dass ein Angebot der Stadt für mehr Stühle draußen nichts bringt.

Die Emmericher Rheinpromenade ist das Schmuckstück der Stadt. Schon ihre Planung vor mehr als zwölf Jahren dauerte lange und war mit gestalterischen Grundsätzen verbunden, die später nur ungern Stück für Stück wieder fallengelassen wurden. In der Hauptsache, weil die Gastwirte darauf hinwiesen, dass eine Reihe von Verboten vielleicht für mehr optisches Vergnügen am Rhein sorgen. Aber auch für weniger Geld in der Kasse der Wirte.

Ein echtes Problem waren damals die Wintergärten an der Promenade. Sie waren zunächst komplett verboten, dann lockerte die Politik die Satzung. Problem gelöst? Die Antwort: Nein!

     Die Emmericher Promenade ist beliebter Treffpunkt, wie das Archivbild vom Straßenmusikfestival zeigt. Doch Corona setzt den Wirten zu. 
Die Emmericher Promenade ist beliebter Treffpunkt, wie das Archivbild vom Straßenmusikfestival zeigt. Doch Corona setzt den Wirten zu.  Foto: van Offern, Markus (mvo)

Die Debatte geisterte noch jüngst durch die Sozialen Netzwerke. Viele Emmericher fragen sich, warum das Angebot der Stadt Emmerich, Außen-Plätze in dieser Saison kostenlos zu erweitern, nicht von allen Wirten der Emmericher Rheinpromenade mit Begeisterung angenommen wird.

Die Corona-Maßnahmen im Gastgewerbe sorgen für Schließungen, wie die Rheinische Post am Donnerstag berichtete,  weil viele Gastbetriebe nicht mehr kostendeckend zu führen sind. In Emmerich an der Promenade ist man davon ebenfalls betroffen, weil der Umsatz vorrangig durch die Außenplätze erwirtschaftet wird.

Das Geschäft machen die Pächter im Sommer, weniger in der kalten Jahreszeit. Deshalb hatte sich der Rat auch entschlossen, den Wirten für diese Saison zusätzliche kostenlose Außenplätze anzubieten.

Aber dieses Angebot ist keine wirkliche Hilfe, klagen Wirte, sondern verstärkt die Probleme bei schlechten Wetter. Denn sobald es regnet,  flüchten die Gäste im Außenbereich oft mit den Getränken und den Speisetellern in den trockenen Bereich im Wintergarten oder in die Lokale. Wenn diese aber bereits besetzt sind und zusätzlich im Wintergarten der Regen durch die Markisen kommt, entsteht Chaos.

Deshalb haben die meisten Wirte dieses Angebot der Stadt nicht angenommen. Was helfen würde, ist, so der Tenor an der Promenade, dass man den Beschlusses des Ausschusses für Stadtentwicklung vom 28. November 2006 den aktuellen Gegebenheiten anpasst. Denn dieser Beschluss lässt nur zu, dass die Seitenteile der provisorischen Wintergärten an der Promenade wetterfest aufgestellt werden dürfen. Aber da, wo der Regen herkommt - von oben - darf nur eine Sonnen-Markise angebracht werden. Kompromisse dieser Satzung kann man beim „Hof von Holland“ sehen, wo die offenen Stellen mit Plastikfolien überdeckt werden.

Wenn die Stadt den Gastgewerbe an der Rheinpromenade wirklich helfen will, dann müsste die Satzung aus 2006 den aktuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst werden, sind sich viele Wirte einig.