Emmerich: Verzögerungen am Neumarkt

Bagger weg, Bauzaun geschlossen : Sorge: Ruht der Neumarkt bis zum Sommer?

Bagger weg, Bauzaun geschlossen. Und für einen Edeka-Markt muss der Bebauungsplan geändert werden.

Der Bagger am Neumarkt ist abgezogen, das Tor im Bauzaun geschlossen. Die Baustelle ruht. Insider befürchten: Das kann mehrere Monate dauern.

Die Sorge: Der städtebauliche Rahmenplan muss geändert werden, vielleicht sogar das gerade beschlossene Einzelhandelskonzept. Die Emmericher Politik muss zustimmen, die ganze Sache geht hoch bis zur Bezirksregierung. Und das alles, weil sich die Flächen auf dem Neumarkt verändert haben, seit Investor Josef Schoofs einen Discounter mit weiteren Geschäften auf der Fläche bevorzugt und die Variante Frischearena plus Elektrohandel MediMax vom Tisch ist.

Aufmerksame Leser der Pressemitteilung von Josef Schoofs runzelten bereits am Dienstag die Stirn. Denn auf eine Anfrage der Rheinischen Post, ob er weiterhin mit Edeka verhandle oder nun doch Rewe auf dem Neumarkt bevorzuge,hatte Schoofs geantwortet: „Die Umsetzung mit Edeka kann nur dann erfolgen, wenn die zuständige Genehmigungsbehörde dies positiv bescheidet. Von daher erfolgt aktuell die Abstimmung, wie die Inhalte einer vertraglichen Fixierung mit Edeka mit dem bestehenden Baurecht in Einklang stehen.“

Mit anderen Worten: Die Idee, einen Edeka-Markt mitsamt Kleinkaufhaus „Action“ und Rossmann-Drogerie oder Tierbedarf „Futterhaus“ passt nicht zu dem, was für den Neumarkt genehmigt worden ist.

Ein Fachmann dazu: „Wenn sich die Flächenparameter auf dem Neumarkt ändern, muss der städtebauliche Rahmenvertrag zwischen Stadt Emmerich und Schoofs geändert werden. Das heißt, das muss alles durch die Ausschüsse und durch den Rat. Und die Bezirksregierung muss auch eingeschaltet werden.“ Und mehr als das. Die Einschätzung des Insiders: „Wenn der Discounter größer ausfällt, kann das sogar das Einzelhandelskonzept der Stadt betreffen. Dann muss das auch geändert werden.“ Seine Einschätzung: „Das dauert Wochen. Bis zum Mai tut sich auf dem Neumarkt nichts mehr. Vielleicht sogar erst spät im Sommer.“

Stadtsprecher Tim Terhorst sagte am Mittwoch dazu: „Die Variante mit Edeka und den weiteren Geschäften hat eine Veränderung von Sortimenten und deren Flächen zur Folge. Deshalb muss der Durchführungsvertrag mit Herrn Schoofs geändert werden. Der Durchführungsvertrag ist Teil des Bebauungsplanes, so dass auch dieser geändert werden muss. Das ist nichts ungewöhnliches. Der städtebauliche Rahmenvertrag muss nicht geändert werden.“

Zur Erklärung: Es gibt zwischen Stadt Emmerich und Investor Schoofs drei Verträge: der Rahmenvertrag, der regelt, was gebaut werden soll. Dann den Durchführungsvertrag. Und schließlich noch den Vertrag über einen Durchstich vom Neumarkt zur Kaßstraße. Ob dieser Durchstich allerdings jemals gebaut wird, bezweifeln viele Ratsmitglieder.

Unabhängig von den aktuellen Verzögerungen durch das Baurecht muss Schoofs sich jetzt bekanntlich auch noch auf die Suche nach Baufirmen machen, die für ihn auf dem Neumarkt das Gebäude hochziehen. Wie berichtet, hat der Generalunternehmer, die NSG GmbH & Co.KG aus Nordhorn, ihren Vertrag mit Schoofs gekündigt. Schoofs hat angekündigt, nunmehr selbst Unternehmen zu suchen, die die Gewerke erstellen. Das war im vergangenen Jahr bereits schwierig, weil der derzeitige Boom die Baukosten nach oben treibt und die Auftragsbücher der Firmen voll sind. Schoofs hatte daher die Variante mit einem Generalunternehmer gewählt. Nun fängt er wieder bei Null an.

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