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Emmerich und das Sondervermögen: Neuer Schub für die Stadt

Emmerich : Neuer Schub für die Innenstadt möglich

Emmerich verfügt nicht nur über eine Sondervermögen von zehn Millionen Euro. Nun hat auch das Land ein Programm aufgelegt, von dem die Stadt profitieren könnte. Matthias Reintjes hat erste Schritte in die Wege geleitet.

Junge Leute, die sich mit einer Geschäftsidee in einem Leerstand der Innenstadt versuchen, ohne viel Miete zahlen zu müssen.

Gebäude in der City, die von der Stadt vor Spekulanten gerettet werden.

 Oben vermietet, unten seit Jahren leer. Ein typisches Beispiel von der Steinstraße. Das soll sich ändern, sagt Reintjes.
Oben vermietet, unten seit Jahren leer. Ein typisches Beispiel von der Steinstraße. Das soll sich ändern, sagt Reintjes. Foto: Christian Hagemann

Neuer Schwung für den Handel,  weil die Stadt in der  Fußgängerzone dafür sorgt, dass große Ketten Interesse an Emmerich bekommen.

Das sind Ideen, die CDU und BGE schon vor knapp drei Jahren vorgestellt haben. Dafür haben sie ein Sondervermögen gegen die Widerstände aus dem Rathaus durchgedrückt.

Und jetzt gibt es ein neues 70-Millionen-Euro-Programm des Landes NRW, das solche Ideen ebenfalls aufgreift und fördert.  Es ist eine Reaktion auf die Krise des Handels. Wenn Städte daran Interesse haben, können sie bis Oktober einen Antrag auf Zuschüsse für eigene Projekte bekommen.

Emmerich soll davon profitieren, findet Matthias Reintjes. Er ist der CDU-Fraktionschef im Rat und Kandidat der CDU für das Amt des Bürgermeisters.

Nach seinem Willen soll sich die Politik nach der Sommerpause mit dem Thema befassen. Wichtiger aber: Schon in zwei Wochen wird der Beirat des Sondervermögens, dessen Vorsitzender Reintjes ist, das Projekt angehen. Das Sondervermögen wird von der EGE (Emmericher Entwicklungsgesellschaft) gemanagt. Das ist eine Tochterfirma der Stadtwerke-Holding. Deren Chef ist Udo Jessner, der in der Stadt großes Vertrauen genießt.

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Reintjes: „Wir haben durch das Sondervermögen bereits einige Immobilien gekauft, um an bestimmten Stellen das Heft des Handels in der Hand zu haben und den Handel zu stärken.“

Details will er nicht nennen, denn das Sondervermögen lebt auch von der Verschwiegenheit der Akteure. Sonst gehen die Preise in die Höhe. Aber an zentralen Stellen in der Innenstadt gehören wichtige Häuser bereits dem Sondervermögen.

Reintjes erläuterte sein Vorhaben, vom Landesprogramm für Emmerich profitieren zu wollen, am Mittwoch am Bahnhof. Der Ort war bewusst gewählt, denn in diesem Fall ist der Öffentlichkeit bekannt, dass das Sondervermögen kaufen will.

Mit der Bahn ist sich Emmerich einig. Es fehlt allerdings die Unterschrift unter dem Vertrag. Die Wege im Konzern Bahn seien eben lang, heißt es dazu bislang. Reintjes: „Der Bahnhof soll gekauft und saniert werden. Er soll zum attraktiven Eingangsbereich Emmerichs werden.“

Das Förderprogramm kann aber auch in kleinerem Rahmen eingesetzt werden. „Wir können mit dem Sondervermögen eine Immobilie mit Ladenlokal in der Innenstadt kaufen und das Geschäft an ein Start up so weiter vermieten, dass dieser Mensch mit seiner neuen Geschäftsidee für ein oder zwei Jahre erst einmal fast nur die Nebenkosten bezahlt. Das Land übernimmt 90 Prozent unserer entgangenen Miete. Wenn die Idee funktioniert, ist es gut. Wenn nicht, haben wir es zumindest versucht. Wir sollten uns solche Förderungen nicht entgehen lassen.“ Reintjes ist sich sicher: „Mit diesem Programm können wir unser Sondervermögen für Emmerich noch einmal weiter nach vorne bringen.“

Wichtig ist auch, dass das Land Zuschüsse für den Zwischenerwerb von Immobilien in der Innenstadt gibt, damit Gebäude nicht an Spekulanten fallen, die diese leerstehen lassen oder die kein Interesse daran haben, die Ladenlokale zu vermieten. Dies ist mehrfach auf der Steinstraße zu sehen. Reintjes: „Mit dem Sondervermögen wollen wir da jetzt schon einschreiten. Aber die Förderung des Landes gibt uns noch mehr Möglichkeiten dazu.“