Emmerich: Schoofs macht am Neumarkt weiter

Krisengipfel wegen Neumarkt : Emmerich macht mit Schoofs weiter

Die Krisensitzung dauerte länger als geplant. Laute Stimmen waren zu hören. Protestaufruf bei Facebook, aber keine Demo vor dem Rathaus.

Am Neumarkt soll es weitergehen. Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels zwischen Investor Josef Schoofs und der Emmericher Politik. Beim Gespräch am Dienstag im Rathaus waren auch Bürgermeister Peter Hinze und der Beigeordnete Stefan Wachs anwesend. Der Termin dauerte beinahe eine halbe Stunde länger als geplant.

Aus dem Raum klangen zwischendurch lautere Stimmen. Hinze und Wachs wirkten danach bei einer Pressekonferenz angespannt. Hinze: „Wir haben deutlich gemacht, dass wir für die Zukunft eine bessere Kommunikation erwarten. Wir treffen uns jetzt alle zwei Wochen zu einer Baubesprechung mit Herrn Schoofs.“

Das Treffen in Emmerich war notwendig geworden, weil sich die Ereignisse in der vergangenen Woche überschlagen hatten. Bekanntlich steht  Schoofs seit Mitte Januar ohne Generalunternehmer dar. Die NSG GmbH & Co.KG aus Nordhorn hatte der Rheinischen Post erklärt, dass sie den Vertrag mit Josef Schoofs gekündigt habe.

 Der Projektleiter für Emmerich machte Unzufriedenheiten mit dem Verhalten von Schoofs dafür verantwortlich. Das Unternehmen hatte Bürgermeister Peter Hinze über seinen Schritt informiert, woraufhin Hinze mit Schoofs telefonierte. Diese hatte den Bürgermeister nicht über die Kündigung informiert.

Schoofs hat am Dienstag bei seinem Gespräch mit der Politik vermutlich den Eindruck erwecken wollen, dass der Fehler nicht bei ihm, sondern bei dem Unternehmen gelegen hat. Bürgermeister Peter Hinze machte im Anschluss an das Gespräch bei einer Pressekonferenz jedenfalls deutlich,  dass das für ihn eine zweitrangige Frage ist.

Schoofs habe versichert, dass die Erdarbeiten am Neumarkt weitergehen, so Hinze. Schoofs habe zudem gesagt, dass er ein Team abgestellt habe, das er sich auf die Suche nach neuen Unternehmen mache, die die Geschäfte und Wohnungen am Neumarkt bauen.

Der Mai 2020 als Fertigstellungstermin gelte noch immer, so Hinze und Wachs. Wobei vermutlich eine Verzögerungen auch noch in Ordnung wären, wurde deutlich.

Und was ist mit dem Baurecht, das verändert werden muss?

Da gab Wachs Entwarnung. Richtig sei, dass durch ein verändertes Sortiment der Bebauungsplan geändert werden muss. Auch muss Schoofs ein Gutachten vorlegen, dass die Verträglichkeit des Sortiments mit dem Handel in der Innenstadt nachweist. Und auch statische Untersuchungen für den Bau sind noch nicht bis zu Ende erarbeitet worden. Allerdings kann Schoofs mit dem Bau weitermachen, auch wenn der Bebauungsplan noch nicht abschließend geändert worden ist. Sechs bis zwölf Monate kann es dauern, so Wachs, bis das Planungsrecht so hergestellt worden ist, dass am Neumarkt alles das in den Regalen liegen darf, was dort hinein soll.

Episode am Rande: In der Facebookgruppe „Alles über Emmerich“ hatte ein Emmericher zu einem Flashmob aufgerufen. Aufgebrachte Emmericher sollten in gelben Jacken (siehe Proteste in Frankreich) vor dem Rathaus erscheinen und gegen die Politik und ihr Festhalten an Schoofs demonstrieren. Bis auf einen Mann in orangefarbener Jacke war vor dem Rathaus dann allerdings niemand auszumachen.

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