Emmerich: Polizei findet Mann tot in Wohnung

Verdacht auf Tötungsdelikt: Polizei findet Mann tot in Emmericher Wohnhaus

Ein Senior aus Emmerich-Elten ist möglicherweise Opfer einer Gewalttat geworden. Die Polizei fand den 77 Jahre alten Mann am Freitagmorgen leblos in seinem Haus.

Am Freitagmorgen in der Abteistraße in Elten: Blutspuren an der Haustür, großflächige Wasserflecken an der Mauer, die aussehen, als wären sie vom Hausinnern nach außen gedrungen, ein Polizeiauto vor dem Haus, das ganze Grundstück ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt - es ist nicht zu übersehen, dass hier etwas passiert ist. Ein Mann, ein "Ur-Eltener"und sehr bekannt in seinem Dorf, starb hier, sein Name ist Robert Theodor Christ. "Wir ermitteln in alle Richtungen: Es könnte sich um einen Unfall, aber auch um einen Suizid oder ein Tötungsdelikt handeln", sagt ein Polizeibeamter.

Um 9.20 Uhr war am Morgen bei der Polizei ein Anruf eingegangen. Ein Verwandter hatte versucht, ins Haus zu kommen. Doch niemand öffnete. Nachdem Polizei und Rettungsdienst angekommen waren, fanden sie im Haus den Toten. "Aufgrund der Auffindesituation kann ein Fremdverschulden am Tod des Mannes nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wurde die Mordkommission Krefeld alarmiert und hat die weiteren Ermittlungen übernommen", meldete die Pressestelle der Klever Polizei am Freitagvormittag.

Die Nachbarn zeigten sich sehr betroffen. "Wir waren sehr überrascht, als wir die Polizei vor der Tür stehen sahen", sagte Hermann H.. Als er erfuhr, dass sein Nachbar tot ist, war er erschrocken. "Wir alle kannten ihn sehr gut. Er spielte Orgel in der Kirche und sang im Männergesangsverein. Er hatte eine sehr gute Stimme", erzählt der Nachbar. Er wohne seit 45 Jahren in der Abteistraße, aber den Verstorbenen kannte er noch länger. "Ich bin mit ihm schon zur Schule gegangen." Auch Ehefrau Wilhelmine ist sehr betroffen über die Nachricht von seinem Tod.

Der 77-Jährige wurde in Elten geboren, besuchte dort die Volksschule und machte auch die "niederländische Zeit" mit. Seit Januar 1954 spielte er die Orgel in der Kirche. Auch sonst war er in verschiedenen Vereinen engagiert.

Ein niederländischer Nachbar beschreibt ihn gestern als freundlichen Menschen, der immer Zeit für ein paar Worte hatte. "Erst Anfang der Woche, als ich mein Auto vom vielen Schnee befreite, hat er noch zu mir gesagt, dass eine Garage doch bei dem Wetter wohl von Vorteil wäre", sagt der Nachbar.

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Im Laufe des Tages gab es eine Reihe von Mutmaßungen unter den Anwohnern. Das Opfer war nicht unvermögend. Ihm gehörte eine Tankstelle sowie früher ein Supermarkt in Kleve.

Seine Frau ist vor einigen Jahren gestorben. In Elten soll er einen jungen Mann adoptiert haben, erzählt sich die Bevölkerung. In den vergangenen Wochen war er in seinem Mercedes gesehen worden, in dem neben ihm junge Männer saßen, die im Ort nicht bekannt waren.

Auffällig war: Eine Wand des Hauses war nass. Dahinter soll sich das Badezimmer befunden haben, in dem über eine längere Zeit das Wasser über den Badewannenrand hinaus gelaufen sein soll.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kleve ist die Obduktion der Leiche für Samstag angesetzt.

Die Mordkommission bittet um Hinweise von Zeugen: Wer hat im Bereich des Wohnhauses an der Abteistraße, Hausnummer 2, verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer kann Angaben machen zu verdächtigen Feststellungen im Zusammenhang mit Robert Theodor Christ? Hinweise werden erbeten an die Mordkommission bei der Polizei in Emmerich unter der Telefonnummer 02821 5040.