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Emmerich: Neue Technik soll beim Brückenbau für weniger Sperrungen sorgen

Pilotprojekte in Emmerich und Elten : Innovative Technik beschleunigt Brückenbau

Beim Brückenneubau an der Speelbergerstraße kommt innovative Technik zum Einsatz, die für geringere Bauzeit und weniger Sperrungen sorgen soll. Ein weiteres Pilotprojekt ist auch Mitte des Jahres für eine A-3-Brücke bei Elten geplant.

Mit innovativen Bauverfahren will Straßen NRW die Sperrzeiten für Verkehrsteilnehmer spürbar verkürzen. In Emmerich steht nun ein Pilotprojekt an, das in diese Richtung zielt. Die Brücke Speelberger Straße, die über die A3 führt, wird in so genannter Segmentbauweise errichtet.

Hierzu werden auf den Hauptträgern, die die Autobahn überspannen, fertige Fahrbahnsegmente aufgelegt. Wie bei einer Perlenkette werden durch diese komplett ausgestatteten Elemente anschließend  Spannglieder „gefädelt“. Nachdem der Überbau zusammengesetzt und verspannt ist, kann der Verkehr in kürzester Zeit wieder fließen.

Besonderheit: Der Konstruktionsbeton kann bei dieser Variante direkt befahren werden, eine zusätzliche Asphaltschicht ist nicht mehr nötig.

„Unser oberstes Ziel bei all den innovativen Projekten ist, die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten“, sagte Thomas Oehler, als Leiter der Region IV für die Autobahnen in Nordrhein-Westfalen zuständig, bei der Vorstellung einer ganzen Reihe von Pilotprojekten am Mittwoch in der Autobahnmeisterei Isselburg. Bis zu 75 Prozent geringere Sperrzeiten soll vor allem der Einsatz von Fertigteilen bringen.

Eine weitere Idee kommt Mitte 2019 bei Elten zum Einsatz: So genannte „Kunststoff-Bewehrte-Erde“ statt Beton wird bei dem geplanten A-3-Brückenneubau an der Stokkumer Straße verwendet. Auch dort muss die Brücke ersetzt werden. Um die Widerlager aus bewehrter Erde aufzubauen, werden mit Hilfe von flexiblen Kunststoffnetzen, so genannten Geogittern, Bodenschichten aufgebaut, die so tragfähig sind, dass ein Beton-Querbalken und darauf der Überbau aufgelegt werden können. Zur Straße hin werden die Bewehrte-Erde-Widerlager mit Beton verkleidet. Der Brückenüberbau wird parallel auf einem Parkplatz an der A3 gebaut und anschließend fix und fertig eingehoben. Vorteil auch hier: eine wesentlich verkürzte Bauzeit (80 Tage) sowie nur zwei Vollsperrungen auf der A3 anstatt der sonst üblichen drei Sperrungen.

 Neben den innovativen Bauverfahren gehören auch neue Korrosionsschutz-Techniken oder die Anwendung von hochfestem Beton zu den Neuerungen beim Brückenbau, die Straßen.NRW gemeinsam mit Unternehmen entwickelt und einsetzt. Letzterer kann vor allem bei im Betonwerk vorproduzierten Fertigteilen eingesetzt werden und garantiert eine längere Lebensdauer und weniger Wartungsaufwand.

Viele der rund 10.000 Brücken, die Straßen.NRW in Nordrhein-Westfalen betreut, sind in die Jahre gekommen: Ein großer Teil wurde in den 1960er bis 1970er Jahren gebaut. Das Alter, vor allem aber die extreme Belastung durch immer mehr und immer schwerere Lkw macht ihnen stark zu schaffen. Viele müssen durch einen Neubau ersetzt werden.

Derzeit wird die Statik der Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen mit Hilfe zeitgemäßer Rechenmodelle überprüft. Für diese Aufgabe hat Straßen.NRW eine eigene Projektgruppe eingerichtet. 1119 Brücken werden vorrangig untersucht. Kriterien hierfür sind Alter, Bauweise und Verkehrsbelastung. 593 Brücken sind inzwischen nachgerechnet, 366 Bauwerke müssen demnach mittel- bis langfristig ersetzt werden

(RP)