Emmerich: Kreative Wege gegen Hausarzt-Mangel

Isselburg : Studentinnen gegen neue Wege gegen den Hausarzt-Mangel

Vier Medizin-Studentinnen machen mit beim Projekt Praxismonat Allgemeinmedizin und informieren sich über die Vorzüge des Kreises Borken.

Isselburg Um dem Hausärzte-Mangel im ländlichen Gebiet entgegenzuwirken, müssen auch ungewöhnliche Wege beschritten werden. Isselburg hat dabei eine gewisse Berühmtheit erlangt, als im TV-Magazin „Hart aber fair“ über die so genannte Fangprämie für Hausärzte berichtet wurde.

Schon seit einigen Jahren hat sich auch die Kreisverwaltung dem immer größer werdenden Problem angenommen. Denn bereits zum zwölften Mal findet nun der Praxismonat Allgemeinmedizin statt.

Nach der großen Resonanz in den vergangenen Durchgängen sind jetzt vier Medizin-Studentinnen dem Aufruf gefolgt, sich vier Wochen lang über die Vorzüge des Westmünsterlandes als möglichen künftigen Wohn-, Ausbildungs- oder Arbeitsort unterrichten zu lassen. Der Praxismonat ist Bestandteil der kreisweiten Kampagne Hand aufs Herz – Ärztinnen und Ärzte in den Kreis Borken. Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Gesundheitsamtsleiterin Annette Scherwinski und Regina Kasteleiner, die in der Kreisverwaltung Borken für das Projekt zuständig ist, hießen die Studierenden in dieser Woche im Kreishaus in Borken willkommen.

„Kreisverwaltung und Kreistag ist es ein wichtiges Anliegen, ärztlichen Nachwuchs für die Region zu gewinnen“, betonte Kreisdirektor Dr. Hörster. Annette Scherwinski lobte die engagierte Arbeit der beteiligten Arztpraxen und Krankenhäuser sowie insbesondere die motivierten Ärztinnen und Ärzte, die stets für eine individuelle Betreuung der Medizin-Studierenden sorgen.

Die jetzigen Teilnehmerinnen kommen aus Bremen und ganz Nordrhein-Westfalen. „Eine von ihnen ist im Kreis Borken aufgewachsen, die drei anderen hatten bislang keinen Bezug zu unserem Gebiet“, berichtete Regina Kasteleiner.

Dabei sind Charlotte Dudszus (23 Jahre) aus Lippstadt, die an der Universität Bonn studiert, sowie Christine Elizen (32) aus Bremen von der Universität Homburg. Für den Praxismonat in den Kreis Borken kommen zudem Victoria Müller (22) aus Waldbröl, sie absolviert ihr Studium an der Universität Münster, und Theresa Temminghoff (23) aus Ahaus von der Universität Duisburg-Essen.

Information: Als Einsatzorte stehen derzeit sowohl hausärztliche Praxen als auch das St. Antonius-Hospital in Gronau zur Verfügung. Darüber hinaus bietet die Initiative viele attraktive fachliche Zusatzangebote. Die Kombination aus fachlich fundierter Ausbildung und weiteren praktischen Einheiten in diesem Famulaturangebot ist einmalig für die Medizinalausbildung.

(tt)
Mehr von RP ONLINE