Emmerich: Gesellenfunker feiern Karneval

Klasse Sitzung im Kapaunenberg: Emotionen bei den Gesellenfunkern

Sitzung der Gesellenfunker am Samstag im Saal Kapaunenberg. Bütt-Urgestein Momo Mumbeck stand nach 33 Jahren zum letzten Mal auf der Bühne. Erster Beitrag von Jan Niklas Brockmann mit 17 Jahren.

Es war bei den Gesellenfunker, als Prinz Manuel zum ersten Mal karnevalistisches „Prinzen-Blut“ leckte: Er war 2010/11 Gardist bei Prinz Momo und Prinzessin Christa. „Da habe ich gedacht: Das möchtest du auch mal machen“, erzählte Manuel Jonkhans auf der Sitzung der Gesellenfunker, die am Samstag im Saal Kapaunenberg stattfand. Jetzt – acht Jahre später – hat er seinen Traum gemeinsam mit Prinzessin Kirsten erfüllt. Mit einem mitreißenden Gardelied und einem grandiosen Gardetanz sorgten Prinzenpaar und Garde für beste Stimmung und ließen den Saal beben. Damit sie immer wissen, was die karnevalistische Zeit geschlagen hat, bekam das Prinzenpaar eine handgemachte Kolping-Uhr geschenkt.

Gute Stimmung bei den Gästen. Foto: Markus van Offern (mvo)

Auch das weitere Programm der Kolpingsitzung, humorvoll moderiert von Tim Polman, war ein karnevalistischer Genuss. Die Büttenreden zündeten, die Tänze waren eine Augenweide und Live-Musik steckte das Publikum an.

  Es gab auch emotionale Momente, so als Bütten-Urgestein Momo Mumbeck nach 33 Jahren zum letzen Mal auf der Bühne stand. Als „Rentner“ begann er mit seinem unverkennbaren: „Et fing ja alles damit an“, sprach über das Eheleben und den Seniorenstift und gab eine Zugabe in der legendären gebückten Haltung, in der er sonst immer vortrug. Stehender und jubelnder Applaus rührte Momo zu Tränen.

Kolping-Vorsitzender Ludger Geerling sprach in seiner Bütt über den Unterschied zwischen deutschen und polnischen Handwerkern und erklärte den klassischen Satz: „Oh, das wird teuer.“ „Dummschwätzer“ Christoph Heiting philosophierte über Frauen, Arztbesuche und Politik, während der 17-jährige Nachwuchs-Büttenredner Jan Niklas Brockmann lustig über sein Schülerleben und sein Hobby bei der Feuerwehr erzählte. Viel gelacht wurde auch bei Matta (Lisa Braun) und Lisbeth (Christel „Buffy“ Damen), zwei Frauen im besten Alter, die sich köstlich anzickten. Lisbeth, die „emotional nah am Mittelfinger gebaut war“, meckerte über die ehemalige Lehrerin Matta in ihrem „Klugscheißermodus“.

Live-Musik vom Feinsten ist ein Erkennungsmerkmal der Gesellenfunker-Sitzungen und so sangen Daniela Rennecke und Ralf Bisselik das Eröffnungslied, die Kolping-Family heizte ein mit „Cordula Grün“ und „Für die Ewigkeit“, bei „KatS“ tanzte und sang Wolfgang Petry gleich in zehnfacher „Ausfertigung“ und die „Jungs vom Bölt“ sorgten mit Kölschen Liedern für allerbeste Stimmung. Eine Augenweide waren die Tänze. Die Tanzgarde Blau-Weiß begeisterte nicht nur mit dem klassischen Gardetanz, sondern auch mit ihrem tollen Showtanz „Disco Mania“ – eine musikalische Zeitreise von den 80er Jahren bis zum Jahr 2000. Sensationell war der „Männergrippe“-Tanz von „No Limit“. Und auch der Nachwuchs überzeugte: Die 13- bis 18-jährigen Mädels von „Move it“ entführten in die Zeit des Rock’n’Roll. Etwas Besonderes ist auch immer der Tanz des „St. Pauli Balletts“. Acht gestandene Herren boten einen Indianertanz, vor der Bühne soufflierten die beiden Trainerinnen Simone Braun und Tanja Heiting die einzelnen Tanzelemente.

Zum Abschluss schlüpfte Momo Mumbeck in die Rolle von Dieter Thomas Heck und ließ alte Hitparaden-Zeiten aufleben.

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