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Rees: Eltern kritisieren Lehrermangel

Rees : Eltern kritisieren Lehrermangel

An der Hauptschule müssen über 100 Unterrichtsstunden ausfallen, weil freie Stellen nicht neu besetzt werden. Viele Eltern sind empört.

Kaum hat das Schuljahr begonnen, ist die Empörung bei vielen Eltern an der Hauptschule bereits groß. Sie beklagen sich über Lehrermangel und massiven Unterrichtsausfall. "Es ist für Schüler und Lehrer unverantwortlich, was sich teilweise an Schulen abspielt, wie es momentan an der Reeser Hauptschule der Fall ist", berichtet Hanne Sent.

Die Klassen seien zu groß, es fehle an Förderung für die Inklusionsklassen, die an der Schule unter der Bezeichnung "Gemeinsamer Unterricht" laufen.

"Ich habe das Gefühl, dass sich die Politiker nicht für unsere Kinder interessieren", meint die Mutter von drei Kindern. Es heiße "Die Zukunft des Landes liege auf den Schultern der Kinder". "Und wo ist die Unterstützung?", fragt sie. Gerade die Schüler der Hauptschulen würden handwerkliche, industrielle oder landwirtschaftliche Berufe erlernen — wenn sie denn die Möglichkeit einer vernünftigen Schulbildung haben. "Wir können nicht nur von Akademikern leben." Auch andere Eltern sind enttäuscht. "Wir haben das Gefühl, dass die Hauptschule hier trockengelegt werden soll und das Land gar kein Interesse daran hat, diese Schulform fortzuführen", meint Uli Fink aus Haffen, dessen Tochter die Schule besucht.

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Die Eltern wollen sich organisieren und gegen die derzeitige Situation protestieren. Dazu sollte es gestern Abend schon das erste Treffen geben.

Die Lehrer-Situation an der Rhinschule hat sich so zugespitzt, weil Ende des Schuljahres gleich sechs Kollegen in Pension gegangen sind oder die Schule gewechselt haben. Damit waren zunächst sieben Stellen unbesetzt, inzwischen sind drei neue Sonderpädagogen an die Schule gekommen. Da aber ein Lehrer länger krankgeschrieben ist, sind effektiv fünf ganze Stellen unbesetzt.

Es heißt, dass dadurch 100 Unterrichtsstunden pro Woche ausfallen. Damit nicht noch mehr ausfällt, sind Klassen zusammengefasst worden. Das wiederum ist ein Problem, weil gerade für den "Gemeinsamen Unterricht" kleine Klassen notwendig sind. Momentan wird dieser Unterricht in Klassen mit 31 Schülern erteilt. "Das ist viel zu groß, um einzelne Kinder gezielt fördern zu können", meint Uli Fink.

(RP)