Aus dem Martinusstift Fieberhafte Suche nach 82-jähriger Frau aus Elten geht weiter

Elten · Seit zwei Nächten wird eine demente 82-jährige Frau aus Elten vermisst. Die Suche nach ihr läuft auf Hochtouren. Doch der Polizei fehlen mittlerweile die Ansätze für eine weitere, konkrete Suche.

Diese Frau wird seit dem 8. April 2024 in Emmerich vermisst.

Diese Frau wird seit dem 8. April 2024 in Emmerich vermisst.

Foto: Polizei

Die Frau, nach der gesucht wird, hat am Montag Morgen das Heim in Elten verlassen. Seitdem ist sie nicht mehr gesehen worden. Das letzte Lebenszeichen von ihr ist die Aufnahme der Überwachungskamera aus dem Eingangsbereich. Dort ist sie zu sehen, wie sie gut gekleidet das Gebäude verlässt . Die Frau ist dement, doch merkt man ihr die Erkrankung nicht direkt an. Sie ist eine gepflegte Erscheinung und nicht auffällig. Kein Fremder würde sich Sorgen um sie machen bei einer zufälligen Begegnung. Doch mittlerweile sind zwei Nächte vergangen, ohne dass es eine Spur von ihr gibt.

Polizeibeamte haben rund um das Heim die Gegend abgesucht, mehrere Hundeführer waren im Einsatz. Doch selbst die Mantrailer-Hunde haben keine Witterung aufgenommen. Zur Verdeutlichung: Der Unterschied zwischen einem Mantrailer und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert. Auch Hubschrauber der Polizei waren mehrfach im Einsatz. Doch auch diese Maßnahme verlief ohne Ergebnis. Wo kann die Frau sein?

Das ist das letzte Lebenszeichen der Frau. Die Kamera hielt fest, wie sie am Montag Morgen das Martinusheim in Elten verließ.

Das ist das letzte Lebenszeichen der Frau. Die Kamera hielt fest, wie sie am Montag Morgen das Martinusheim in Elten verließ.

Foto: Polizei

Die Polizei in den Niederlanden ist von den deutschen Behörden ebenfalls informiert worden. Die Frau stammt aus Emmerich, ist noch nicht sehr lange im Altenheim gewesen. Die Polizei hat sich bereits dort umgeschaut, wo die Frau früher gewohnt hat. „Die Vermisste ist gut zu Fuß, dürfte krankheitsbedingt nicht orientierungsfähig sein. Dieses Krankheitsbild dürfte aber möglichweise nicht direkt auffallen“, schrieb die Polizei am Montag. Es ist daher ein Kampf gegen die Zeit. Die Vermisste könnte zu Fuß mehrere Kilometer am Tag zurückgelegt haben. Doch in welche Richtung ist sie gegangen? Wo hat sie die vergangenen Nächte verbracht?

Bei der Polizei werden Erinnerungen wach an einen Fall aus dem Jahr 2011, der damals die ganze Stadt beschäftigte. Maria M., die an Alzheimer erkrankt war, verließ am 26. Mai 2011 das St.-Martinus-Stift in Elten. Polizei, Feuerwehr sowie die Familie und Freunde suchten seither nach ihr. Polizisten fahndeten mehrfach nach ihr. Einige Tage nach ihrem Verschwinden schickte die Polizei noch einmal 60 Polizisten auf den Eltenberg. Dort hatte es zwar schon einen Einsatz gegeben. Die Beamten schauten aber noch einmal intensiv unter Büschen und Sträuchern an. Die Polizisten hatten sogar Eisenstangen dabei, mit denen sie Gebüsch anheben und in Gestrüpp stechen konnten.

Der Eltenberg war im Blickpunkt der Polizei, weil Maria M. am Tag ihres Verschwindens von einer Zeugin in der Vituskirche in Hochelten gesehen worden war. Am Ende beorderte die Polizei Taucher nach Emmerich. Sie sollten an der alten Grenze zu 's-Heerenberg den Grenzkanal untersuchen. Dort war zuvor schon die Rettungsstaffel aus Wesel mit Suchhunden im Einsatz gewesen.

Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden war es dann traurige Gewissheit, was viele befürchtet hatten. Drei jugendliche Angler hatten in einem privaten Teich in Hüthum eine Leiche gefunden. Es handelte sich um Maria M. Sie war ertrunken.

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