Emmerich: Elten: Die Kritik an der Gleisbettvariante

Emmerich: Elten: Die Kritik an der Gleisbettvariante

Die Eltener wollen ihren Berg beschützen. Aber auch gegen die von Johannes ten Brink vorgelegte Lösung für den Betuwe-Ausbau ohne "Bergschaden" gibt es Argumente. Der Vordenker der Eltener Bewegung nimmt dazu Stellung.

Einige Punkte in der so genannten "Gleisbettvariante", die Johannes ten Brink vorgeschlagen hat, irritieren. Denn auch dazu müsste die Landschaft umgestaltet werden. Einige Ansätze:

Gleich nach Bekanntwerden der Bahn-Pläne im Sommer 2012 präsentierten Ute Sickelmann (links, Grüne) und Johannes ten Brink die Alternative. Foto: mvo

Die Wildt soll verlegt werden.

Das steht durchaus im Raum: Der kleine Fluss würde ein Stück an der Bahntrasse entlang geführt, um die Bahnlinie erst auf Höhe Spyker Weg zu unterqueren. Das wäre aber nicht unbedingt nötig, sagt Johannes ten Brink, sondern nur eine Anregung, um auf den bislang geplanten Bau wesentlich teurerer Brücken am bisherigen Standort zu verzichten. Die Verlegung des Flusses würde viel weniger kosten als der angedachte Brückenbau, beteuert er: "Das sollte für die Bahn ein Anreiz sein, diese Variante zu wählen." Auch in der Vergangenheit habe man den Fluss der Bahn wegen schon umgelenkt.

Es wird niederländisches Staatsgebiet verplant.

Das stimmt, die Bahnlinie würde über heute niederländisches Gebiet laufen. Aber das ließe sich über einen Flächentausch zwischen Deutschland und den Niederlanden regeln, meint Johannes ten Brink: "Es würde um weniger als 1000 Quadratmeter gehen. Das stellt meiner Meinung nach eine Begradigung der Grenze dar." Bei einem so wichtigen grenzübergreifenden Projekt wie der Betuwe-Linie "dürfte das doch wohl kein Problem sein".

Für den neuen Eltener Haltepunkt mitsamt Parkplätzen und Zuwegen wird privater Grund und Boden gebraucht.

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Ja, aber nur wenig, meint Johannes ten Brink: "Die überwiegende Fläche ist in kommunalem oder Bahn-Besitz." Einiges müsste dennoch von Privatleuten abgekauft werden; es gibt Anwohner. "Aber in anderen Bereichen muss die Bahn auch Land erwerben", wendet ten Brink ein. "Es gibt Betroffenheiten, aber nicht so sehr wie anderswo. Und hier ist zumindest Raum, um Schallschutz einzuplanen."

Auch mit der Gleisbett-Variante wird Natur vernichtet.

Egal, wo die Bahnlinie ausgebaut wird: Es geht Land dafür verloren. Für Johannes ten Brink scheint es aber offensichtlich, dass "Rasen oder Ackerfläche nicht so wertvoll ist wie Wald oder Böschung".

Die Rolle der Stadt

Die Stadt Emmerich ist in der Betuwe-Planung ein "Träger öffentlicher Belange". Die Bahn ist gehalten, sowohl die Bergvariante als auch die Gleisbettvariante zu prüfen und sich für eine zu entscheiden. Dazu ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Erst, wenn alle Unterlagen vorliegen, will die Stadt Stellung nehmen.

(RP)
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