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Emmerich: Einsparungen: Fähre zur Schanz soll eingestellt werden

Emmerich : Einsparungen: Fähre zur Schanz soll eingestellt werden

Blankes Entsetzen gestern Abend bei den Schänzern auf den Zuschauerplätzen im Klever Kolpinghaus. Um 21.15 Uhr verkündete Bürgermeister Theo Brauer das fast historische Ergebnis der geheimen Abstimmung zur Abschaffung der Fähre von Schenkenschanz nach Düffelward: 26 der 43 Ratsmitglieder stimmten dem Antrag der Freidemokraten zu, 16 waren dagegen, einer enthielt sich. Damit steht die Fahrzeugfähre über den Altrhein vor dem Aus.

Daniel Rütter hatte für die Liberalen gefordert, dass man angesichts der 20-Millionen-Euro-Investition in das neue Kombibad im Sternbusch (dessen Bau zuvor einstimmig empfohlen worden war) die Stadtwerke entlasten müsse. Er schlug vor, dass die Fähre nach Schenkenschanz nicht mehr von den Stadtwerken betrieben werden soll. Ebenso sollen die Stadtwerke nicht mehr das Parkhauses Neue Mitte betreiben. "Die Fähre nach Schenkenschanz hat nicht mehr die Bedeutung, sie wird kaum für die Landwirtschaft genutzt", sagte er. Es sei kein leichter Entschluss, aber angesichts der auf die Stadt zukommenden Kosten für das Schwimmbad müsse man halt an anderer Stelle sparen. Wolfgang Gebing, CDU-Fraktionschef, pflichtete dem Klever Freidemokraten bei: "Es ist uns bei der Diskussion um das Hallenbad nicht leicht gefallen, wir haben das auch in unserer Fraktion kontrovers diskutiert", sagte er. Und beantragte in einem Atemzug geheime Abstimmung. Michael Bay gab für die Grünen seinem Vorredner Daniel Rütter Recht. "Der FDP-Antrag ist realistisch. Wenn man die Nutzungszahlen der Fähre sieht, kommt man in Argumentationsnöte, wenn man sie halten wollte", sagte Bay.

Carina Giesen von den Offenen Klevern geißelte dagegen den Willen, nach einer vierstündigen Ratssitzung noch über ein solch brisantes Thema abstimmen zu wollen, als Skandal. "Die Fähre ist für die Schänzer eine Lebensader. Hier wird ein ganzer Ort von der Verbindung in die Stadt abgeschnitten", sagte sie. Michael Kumbrink (SPD) und Christian Nitsch (SPD) warfen ein, dass man nicht genügend Informationen habe, um diese Empfehlung dem Aufsichtsrat der Stadtwerke auszusprechen.

Gebing hielt ihnen vor, dass der Rat genau dieses Gremium sei, um einen solchen Beschluss zu fassen. Jörg Cosar (CDU) warf ein, dass man sich eine touristische kleine Fähre weiter vorstellen könne. Die Ersparnis soll bei über 400 000 Euro im Jahr liegen.

(RP)