Emmerich muss sparen Rotstift für den Geistmarkt-Umbau - Das wird sich ändern

Emmerich · Die Stadt will 710.000 Euro sparen und den Eigenanteil des Fünf-Millionen-Projektes deutlich senken. Jetzt werden die Arbeiten ausgeschrieben, Baubeginn soll nach Karneval in 2025 sein.

Das bleibt nicht so. Das Wasserspiel rückt weiter in Richtung Rathaus. Vor der Christuskirche gibt es deutlich weniger Pflasterung.

Das bleibt nicht so. Das Wasserspiel rückt weiter in Richtung Rathaus. Vor der Christuskirche gibt es deutlich weniger Pflasterung.

Foto: Stadt Emmerich

Es gibt endlich eine Perspektive für den Geistmarkt. Nach Jahren der Planung, der Zweifel und der neuen Pläne steht jetzt der Zeitplan. Verbunden übrigens mit einer Einsparung von 720.000 Euro. Die Politik hat die Sache beschlossen. Jetzt geht die Modernisierung noch in den Rat, was eine reine Formsache ist. Dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Baustart ist in 2025.

Noch im März stand ein Fragezeichen hinter dem Plan. Die Grünen wollten das Vorhaben auf das Jahr 2028 schieben, weil Emmerich knapp bei Kasse ist. Dafür fand sich keine Mehrheit. Allerdings hat das Planungsbüro auf Anfrage der Stadtverwaltung noch mal geschaut, wo gespart werden kann

 Der Ausbaubereich um die Anliegerstraße hinter der Christuskirche wird reduziert (rot markierte Fläche). Weiteres Einsparpotenzial bietet die Rasenfläche zwischen Christuskirche und Rathaus (blau markierte Fläche).

Der Ausbaubereich um die Anliegerstraße hinter der Christuskirche wird reduziert (rot markierte Fläche). Weiteres Einsparpotenzial bietet die Rasenfläche zwischen Christuskirche und Rathaus (blau markierte Fläche).

Foto: Stadt Emmerich

Im Ergebnis schlug die Verwaltung am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung vor, den Ausbaubereich um die Anliegerstraße hinter der Christuskirche zu reduzieren. Hier müssen lediglich die Parkplätze anhand der geänderten Fahrtrichtung andersherum markiert und die Einfahrtsbereiche der Straße angepasst werden.

Die Grünfläche und die Gehwegdecke an den Bäumen müssen erneuert und höhentechnisch an die neue Planung angepasst werden, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen. Der Verzicht auf den Ausbau bietet zwei wesentliche Vorteile: Erstens bleibt die Anzahl der Stellplätze wie im heutigen Zustand bestehen. Zweitens werden Beeinträchtigungen der bestehenden Bäume durch Baumaßnahmen ausgeschlossen. Der Verzicht auf den Umbau der Fläche bietet ein Einsparpotenzial von rund 650.000 Euro netto. Diese Kosten wurden ohnehin nicht durch die Städtebaufördermittel subventioniert, da es sich um reine Verkehrsflächen handelt.

Weiteres Einsparpotenzial bietet die Rasenfläche zwischen Christuskirche und Rathaus. Es wurde vorgeschlagen, die Rasenfläche in der Größe so zu belassen wie sie jetzt ist. Dadurch können ein großer Baum sowie das Toilettenhäuschen innerhalb der Grünfläche bleiben. Die Platzfläche wird gegenüber der bisherigen Entwurfsplanung reduziert, wodurch der gepflasterte Bereich etwas kleiner wird. Die vorgesehenen Möblierungen (Wasserspiel, Bänke, etc.) verschieben sich in Richtung Rathaus. Hier können 60.000 Euro eingespart werden.

Auf Städtebaufördermittel hat die Änderung der Planung keinen Einfluss. Die Änderung der Grünfläche ist gestalterisch immer noch der Platzfläche zuzuordnen und wird gefördert.

Die Bauarbeiten für die Umgestaltung Geistmarkt/Rathausvorplatz sollten eigentlich noch in diesem Jahr starten. Der Zeitplan ist aber nicht mehr zu halten. Die Ausschreibungen für die Arbeiten sollen im Herbst erfolgen. Die Bagger rollen dann nach Karneval 2025, so dass die Karnevalisten den Platz für sich noch nutzen können. Bekanntlich ist hier Start- und Endpunkt des Tulpensonntagszugs. Für das Projekt ist mit einer Bauzeit von rund 1,5 bis 2 Jahren zu rechnen.

Was ist geplant?

Der Entwurf sieht für den Platz deutlich mehr Grün vor. Unter anderem werden 30 zusätzliche Bäume gepflanzt. Die Rasen- und Grünflächen werden ausgeweitet. Die Verkehrsführung auf dem Geistmarkt wird sich ändern. Läuft der Verkehr derzeit noch vom Steintor kommend in einer geraden Strecke direkt in die Steinstraße, wird der Straßenverlauf künftig über zwei 90-Grad-Kurven in die weitere Innenstadt geführt. Stadt und Planer erhoffen sich davon eine erhebliche Verkehrsberuhigung auf dem Platz.

Mit der Umgestaltung ist geplant, die Zahl der Parkplätze auf Geistmarkt und Rathausvorplatz zu reduzieren. Im Gegenzug schaffen mehr Sitzmöglichkeiten und ein im Boden eingelassenes Wasserspiel eine höhere Aufenthaltsqualität. Neue Laternen und moderne Buswarte-Häuschen sorgen für ein modernes Erscheinungsbild. Trotz neuer Bäume und mehr Grünflächen wird die Emmericher Kirmes weiterhin am traditionellen Standort stattfinden können.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 5,1 Millionen Euro (Stand: Juli 2023). Das Land NRW hat bekannt gegeben, dass es das Projekt aus der Städtebauförderung mit 3 Millionen Euro fördern wird.