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Rees: Eine Krippe wie vor 2012 Jahren

Rees : Eine Krippe wie vor 2012 Jahren

Die lebendige Krippe bei Adventsmarkt in Haffen war der Anziehungspunkt. Mehr als 1000 Besucher kamen. Die Organisatoren sind zufrieden.

Sie war der große Anziehungspunkt beim diesjährigen Adventsmarkt an und in der Schützenhalle in Haffen, zog über 1000 Besucher, vor allem Familien mit Kindern, nicht nur aus der näheren, sondern auch aus der weiteren Umgebung aus Krefeld und Goch, aus Kleve, Geldern, Dinslaken und von anderswo an. "Sie", das war eine Krippe, bestehend aus Ochsen, Eseln, Schafen und Gänsen, dem Jesuskind, Maria und Josef.

Also doch nichts Außergewöhnliches könnte man meinen, wenn, ja wenn besagte Krippe nicht fünfmal fünf Meter groß und die Tiere nicht höchst lebendig gewesen wären.

Die Idee für eine lebende und zudem begehbare Krippe hatte Waltraud Balkenborg, eine der Organisatorinnen des Adventsmarktes. Beinahe noch genialer als ihr Gedankenblitz selbst aber war, dass sie Alfred Hermsen davon erzählte: "Eine lebende Krippe, das wäre doch etwas Tolles", hatte sie geschwärmt, und der gelernte Schreiner hatte spontan erwidert: "Bau ich!"

Mit Rettungsassistent Eugen Stockmann und Polizist Rolf Schudlich heuerte Hermsen noch weitere handwerklich begabte Mitstreiter an — auch Schützenmajestät Margret Derksen erklärte sich bereit mitzuhelfen — und dann ging's los. Einen genauen Bauplan hatte Hermsen nicht im Kopf, aber eines wusste er ganz genau: Es sollte keine normale Krippe sein, sondern eine wie vor 2012 Jahren.

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Alte Rundbalken erhielt er auf zwei Höfen in der Nachbarschaft, auch "Schwatenbretter" (Rindenbretter), wichtig für das "biblische Alter" der Krippe, waren schnell zur Hand. Und das Holz für die Seitenwände besorgte er gemeinsam mit Rolf Schudlich aus Dinxperlo.

Der Hänger sei "minimal überladen" gewesen, erinnert sich Hermsen schmunzelnd, aber es habe ja nichts passieren können, schließlich sei doch ein Polizist mit dabei gewesen.

Einen halben Monat lang wurde nun täglich mehrere Stunden gesägt, gehämmert und gezimmert, und dann war das Meisterwerk im Rohbau fertig. Ebenso wichtig war die Ausgestaltung des "antiken" Schmuckstücks, auch mit Accessoires wie einem alten Leiterwagen, einem Kummet (Zuggeschirr für Ochsen), Brunnen, Lagerfeuer und vielem mehr. Und nicht zu vergessen die Tiere: Die Schafe stellte Alfred Hermsen selbst bereit, die Gänse stammten von der Familie Josef Venhorst, die beiden Esel aus dem Streichelzoo von St. Marien, Haldern.

(befi)