Rees: Ein offenes Denkmal seit 25 Jahren

Rees : Ein offenes Denkmal seit 25 Jahren

Gestern wurde die Saison für den Battenbergturm eröffnet. Im September ist es ein Viertel Jahrhundert her, dass das Gemäuer erstmalig für Besucher zugänglich gemacht wurde. Pächter ist der Heimatverein Haldern.

Zunächst sah es nicht so aus, als würden Menschen an diesem Sonntag das ehrwürdige Halderner Wahrzeichen an der Wertherbrucher Straße aufsuchen. "Gestern war richtig schön, aber heute ist halt nicht so gutes Wetter", sah Bernhard Uebbing vom Heimatverein die zunächst nicht vorhandene Resonanz am Buschkampshof gelassen. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Teloh erwartete er zur Wiedereröffnung "des einzigen noch erhaltenen Wohnturms am Niederrhein" die Besucher.

" Am 1.Januar 1984 haben wir den Turm für 50 Jahre von der Familie Effing/Geuting gepachtet, die damals die Eigentümer waren", erläuterte Teloh anhand der Erdgeschoss-Tafel, die Bilder von der Familie auf dem Gut zeigte. Danach erfolgte eine fast zehnjährige Renovierung des um 1500 erbauten Battenbergturms, was auch nötig gewesen war. "Damals gab es kein Dach mehr und keine Decken - es wurde ja jahrhundertelang als Abstellraum genutzt."

Am 12. September 1993 vollzog sich die Eröffnung des Turmes für die Öffentlichkeit - was sich in diesem Jahr nun zum 25. Mal jährt. "Dafür wollen wir uns auch was Besonderes einfallen lassen", unterstrich Uebbing.

Nach und nach kamen vereinzelt dann aber doch Interessierte zu dem Turm. "Wir machen hier zusammen Urlaub", erzählte die aus Haan/Rheinland stammende Linda Diller, die mit ihren drei Kindern und einem befreundeten Ehepaar aus Fürstenwalde gekommen war. Und so bekamen Jacques und Louis, die beiden "größeren" Kinder, vom "Osterhasen" ein Überraschungs-Ei und ein Schoko-Lolli. Anschließend wurden Groß und Klein von Uebbing durch die drei Stockwerke des Turms geführt - mit dem offenen Kamin und der "Toilette" nach außen im Erdgeschoss und dem heutigen Vereinstreffpunkt im ersten Stock. Weil oben, wo sich das Heimatverein-Archiv befindet, die Treppen sehr steil sind, verzichteten die Besucher auf den Blick unters Dach, wo noch spannende historische Dokumente und Ausgaben des "Haldern hier und jetzt"-Heftes sind.

In seinem Vortrag berichtete Ueffing von Amelong von Eyscharden, dem ersten Besitzer des Buschkamps, der wohl auch der Erbauer des Wohnturmes zwischen 1494 und 1504 war . Die Bezeichnung des Turmes "Battenberg" rührt von einer Karte von Christian S'Grooten von 1564 her, auf der dieser Name verzeichnet war. "Hat sich echt gelohnt", waren Linda Diller, die Kids und ihre Freundin sehr angetan. Und der Halderner und gebürtige Kölner Norbert Jungblut stellte später bei seinem Besuch mit Verwandten fest, "wie viel Bezug hier zu meiner Heimatstadt besteht." Was der Turm aus seiner Sicht für dem Ort bedeutet? "Er ist ein historisches Unikat - und ein hervorstechendes Merkmal, das sicher ein Stück identitätsstiftend ist."

Der Turm ist von April bis September am ersten Sonntag im Monat zugänglich. Zum "Tag des offenen Denkmals" im September kann man den Turm ebenfalls besichtigen.

(aflo)