1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Ein City-Manager soll in Emmerich gegen die Leerstände helfen

Leerstände : Steinstraße: City-Manager soll helfen

Die Straße hat Probleme, wenngleich neue und gute Geschäfte gekommen sind. Impulse aus dem Rathaus.

Die Zahl erschlägt beinahe: 15 Leerstände gibt es auf der Steinstraße. Das ist die Straße, die ganz früher mal die Vorzeigemeile der Stadt war. Doch das ist lange her. Verändertes Einkaufsverhalten macht es dem Handel schwer. Mancher Emmericher verortet den schleichenden Niedergang der Straße sogar mit dem Weggang von „Karstadt“ im Jahr 1983.

Seither ist eine Menge geschehen. Die Stadt hat versucht, die Straße aufzuwerten und umzufunktionieren. Sie ist vor Jahren wieder für den Verkehr freigegeben worden, hat ein neues Pflaster bekommen.

Und jetzt?

„Es gibt sehr unterschiedliche Gründe für die Leerstände auf der Straße“, sagt Sara Kreipe, die seit vier Monaten die neue Wirtschaftsförderin der Stadt Emmerich ist. „Wir haben es teilweise mit Ladenlokalen zu tun, die keine 50 Quadratmeter groß sind“, konkretisiert ihre Kollegin Jutta Conrad-Heering. „Das sind Zuschnitte, die nur schwer zu vermarkten sind.“

Das Problem stellt sich übrigens in der gesamten Innenstadt. „Wir haben Anfragen für Geschäfte mit 500 Quadratmetern. Aber so etwas haben wir nicht“, sagt Kreipe.

In anderen Fällen ist die Mietvorstellung auf der Steinstraße einfach zu hoch. „Zehn Euro auf den Quadratmeter, wo es maximal fünf sein können“, so Sara Kreipe. Es gibt sogar Vermieter, die kein Interesse daran haben, die Geschäftsräume zu vermieten. So wie die frühere Boutique, die immer noch mit „la belle Moden“ wirbt, obwohl die Räume seit Jahren leerstehen. Der Eigentümer des Hauses, ein Emmericher, hat oben Wohnungen für Monteure eingerichtet. Unten will er nicht vermieten. Aus steuerlichen Gründen, wie man in der Wirtschaftsförderung weiß.

Durch die Öffnung der Steinstraße für Autos hat es einen positiven Effekt gegeben, sagt Jutta Conrad-Heering. „Dienstleister haben sich angesiedelt. Die wären nicht gekommen, wenn man vor dem Geschäft nicht parken könnte.“ Und sie verweist auf positive Beispiele: Etwa das „Käsehaus Bosch“ aus 's-Heerenberg, das in Emmerich eine Filiale eröffnet hat. Oder der Grafikbetrieb Rommen. Oder das Sanitätsgeschäft „Mönks + Scheer“, das sich angesiedelt hat.

Aber es muss neue Impulse für die Steinstraße geben. Eingestuft hat sie die Stadt mittlerweile als Nebenlage. Weil die Stadt Emmerich ein neues Einzelhandelskonzept erstellt hat, bekommt sie vom Land Fördermittel für die Geschäftswelt. Die Hilfe sieht unter anderem ein City-Management vor. „Das ist ein externes Unternehmen mit Erfahrungen in diesem Bereich, das seine Dienste der Stadt Emmerich zur Verfügung stellt“, so Kreipe. Geschäftsleute sollen angesprochen und für neue Ideen interessiert werden. Hausbesitzer, die ihre Geschäftslokale nicht vermieten wollen, sollen auf die Folgen ihres Handelns hingewiesen werden. Und vielleicht gelingt es auf diese Weise ja auch, die polnischen Geschäftsleute auf der Steinstraße für eine Mitgliedschaft in der Werbegemeinschaft zu interessieren.

Vier polnische Geschäfte gibt es auf der Straße. Die Inhaber sind erfolgreich, orientieren sich aber überwiegend an ihrer polnischen Kundschaft. „Mitglied in der Werbegemeinschaft ist noch niemand von ihnen“, sagt Jutta Conrad-Heering. Das gilt auch für die Inhaber anderer Geschäfte in der Innenstadt, deren Herkunft nicht deutsch ist.

Die Ausnahme bildet Heinie Bosch aus 's-Heerenberg. Er ist der EWG beigetreten. Nur die Zeit, um aktiv mitzuarbeiten; hat der Niederländer nicht.