Ehrenamtlicher Begräbnisdienst in Emmerich

Kirchengemeinde : Ehrenamtlicher Begräbnisdienst

In der Gemeinde St. Christopherus/St. Johannes der Täufer dürfen ab sofort drei Gemeindemitglieder selbstständig den Trauer- und Begräbnisdienst durchführen. Rund 160 Beerdigungen gibt es pro Jahr in Emmerich und den Ortsteilen.

Zu den wichtigsten Aufgaben und Diensten einer christlichen Gemeinde gehört es, den Sterbenden beizustehen, die Toten zu bestatten, für sie zu beten und die trauernden Angehörigen tröstend zu begleiten. Das übernahmen bisher in der Gemeinde St. Christophorus/St. Johannes der Täufer die Priester, Diakone und Pastoralreferenten.

„Seit 2015 können auch ehrenamtliche Gemeindemitglieder diesen Dienst übernehmen“, so Pastor Bernd de Baey. Im Pastoralteam habe man überlegt, wer das könnte und einige Personen gefragt. „Wir freuen uns, dass mit Elisabeth Boßmann, Stephanie Ess und Josef Bram jetzt drei Gemeindemitglieder unser Team im Trauer- und Begräbnisdienst unterstützen.“ Eine Bestattung sei gleichzeitig ein Dienst an den Verstorbenen, an die Lebenden durch die Trauerarbeit und ein Dienst der Verkündigung, so de Baey. Die drei haben eine Ausbildung absolviert. Am Sonntag wurden sie im Gottesdienst der Gemeinde vorgestellt und bekamen eine Urkunde mit der Beauftragung durch den Bischof.

Rund 160 katholische Beerdigungen finden pro Jahr in Emmerich und den Ortsteilen statt. „Die ehrenamtlichen Laien dürfen die Bestattungen mit Trauergespräch, Gestaltung des Wortgottesdienstes und Trauerrede eigenständig durchführen. Nur wenn die Angehörigen einen Gottesdienst wünschen, übernehmen das die Priester“, erklärte Pastoralreferent Matthias Lattek, der als Mentor die Ausbildung begleitete.

„Wir haben vier Kursmodule von je drei Tagen im Getruden-Stift in Rheine-Bentlage alsolviert und zusätzlich Tagesveranstaltungen in Münster besucht zu unterschiedlichen Themen. Vieles war neu für uns, etwa die theologischen Grundlagen“, erzählt Josef Bram. Der Vrasselter hat als Messdiener etliche Beerdigungen begleitet. Für ihn sind Bestattungen ein Akt der Nächstenliebe. „Ein wesentlicher Bestandteil meiner Trauerarbeit wird sein, die Angehörigen zu trösten“, so Bram, der bereits das erste Trauergespräch geführt hat.

Für Stephanie Ess ist der Begräbnis-Dienst ein schöner und sehr wertvoller Dienst, ein Dienst der Barmherzigkeit mit vielen emotionalen Momenten. Das habe sie schon als Messdienerin erlebt. Elisabeth Boßmann ist ebenfalls im Hospizdienst in Rees tätig. „Bei der Begleitung von Sterbenden führe ich auch viele Gespräche mit Angehörigen. Wir beten gemeinsam, da sind fließende Übergänge zum Trauergespräch. Für mich ist meine neue Aufgabe im Begräbnisdienst eine Weiterführung“, sagte sie.

Die drei ehrenamtlichen Laien fühlen sich gut auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Wichtig ist eine gewisse Stabilität und Professionalität, um zu zeigen: Es ist eine schlimme Situation, aber das Leben geht weiter. Und es gibt auch Hoffnung nach dem Tod“, sagte abschließend Pfarrer de Baey.