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Rees: "Drogen-Oma" erneut im Visier

Rees : "Drogen-Oma" erneut im Visier

Die Drogenfahnder haben das Grundstück einer 71-Jährigen aus Rees durchsucht, bei der bereits 2008 eine Drogen-Plantage im großen Stil gefunden wurde. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt, ob die rechtskräftig verurteilte Rentnerin rückfällig geworden ist.

Der Fall hatte vor eineinhalb Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Eine damals 69-jährige Rentnerin hatte rund um eine etwas abseits gelegene Mühle in Rees eine Marihuanaplantage in großem Stil betrieben. Mehr als 1 000 Cannabis-Pflanzen fanden die Drogenfahnder bei einer Razzia. Die Ermittler staunten nicht schlecht: Die Frau — oder möglicherweise auch Mittäter — hatten die Aufzucht der verbotenen Pflanze offensichtlich gut geplant.

Die Plantage war auf mehrere Schuppen und Wirtschaftsgebäude verteilt. Zudem war das Gelände videoüberwacht. Modernste Technik sorgte dafür, dass die Pflanzen gut wachsen konnten. Sogar eine Videoüberwachung gab es.

Die Zollfahnder erklärten, dass die technische Ausrüstung rund 20 000 Euro gekostet hat. Von der Anzucht bis zur Ernte war für alles gesorgt.

Der Rentnerin musste sich wegen der Plantage vor Gericht verantworten und wurde zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Sie beteuerte immer wieder, allein gehandelt zu haben, obwohl das mancher angesichts des Aufwandes bezweifelte. Rechtskräftig wurde das Urteil erst im Januar, nachdem die Berufung vom Landgericht verworfen worden war.

Im Gefängnis soll die Rentnerin allerdings nur knapp einen Monat im Rahmen der Untersuchungshaft gewesen sein. Und anscheinend ist sie jetzt rückfällig geworden. Bei einem Ermittlungsverfahren hatten sich nämlich Hinweise ergeben, dass die Frau erneut in den Anbau von Cannabis verwickelt ist. Daraufhin hatte der Staatsanwalt einen Durchsuchungsbefehl erlassen, Drogenfahnder sahen sich am Freitag auf dem Grundstück um.

Bei der jetzigen Durchsuchung entdeckten die Kripobeamten in einem Raum Aufzuchtslampen. In einem Haufen Pflanzerde befanden sich außerdem Reste von frischen Cannabispflanzen. Die Lampen und die Pflanzenreste wurden sichergestellt. Der Verdacht des Anbaus von und der Handel mit Cannabispflanzen besteht erneut und wird jetzt in einem weiteren Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Kleve überprüft.

(RP)