Emmerich/Bocholt: Drei Missbrauchsfälle am Kapuziner-Internat

Emmerich/Bocholt: Drei Missbrauchsfälle am Kapuziner-Internat

Die Ermittlungen um Missbrauchsfälle im ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt sind abgeschlossen. Nach den Anhörungen steht fest, dass vor rund 40 Jahren drei Kinder sexuell missbraucht wurden. Die Übergriffe seien durch einen Pater erfolgt, so Dr. Martin Gertler, Pressesprecher der Deutschen Kapuzinerprovinz.

Im März waren im Zuge der Missbrauchsdebatte beim Provinzialminister der Deutschen Kapuziner, P. Christophorus Goedereis, Hinweise auf Missbrauchsfälle am ehemaligen Kapuziner-Internat in Bocholt eingegangen. Die Deutsche Kapuzinerprovinz hatte mögliche Opfer aufgerufen, sich zu melden. Möglicherweise Betroffenen wurde angeboten, ihre Erfahrungen in einer Anhörung bei Staatsanwalt a. D. Heitkamp in Bocholt protokollieren zu lassen.

Nach wiederholten Aufrufen hatten sich drei ehemalige Schüler als Betroffene gemeldet und am Verfahren der Anhörungen teilgenommen. Die Pressestelle des Ordens teilte mit, dass die Anhörungen und sonstigen Ermittlungen nun abgeschlossen sind. Nach Aussage des Pressesprechers war es im Zeitraum Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen. Genau lasse sich der Zeitraum nicht eingrenzen.

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Es sei ferner deutlich geworden, wie sehr es den inzwischen pensionierten Pater bedrücke, dass er verkannt habe, welche Wirkungen seine Übergriffe auf die Opfer gehabt haben und möglicherweise bis heute noch haben. Er habe sich nachdrücklich für sein Fehlverhalten entschuldigt und um Vergebung gebeten. Die Leitung der Deutschen Kapuzinerprovinz schloss sich der Entschuldigung des Mitbruders an.

Das Internat der Kapuziner war bis 1980 dem St.-Josef-Gymnasium angeschlossen. Dieses befand sich bis 1992 in Trägerschaft der Kapuziner, heutiger Schulträger ist das Bistum Münster. Das renommierte Gymnasium wird auch von vielen Schülern aus Rees und Isselburg besucht.

(RP)
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