Sorge um die Innenstadt dm-Markt in Emmerich: Bremsen jetzt die Behörden?

Emmerich · Die Politik hat den Drogeriemarkt an der Kaserne beschlossen. Aber das heißt noch lange nicht, dass das jetzt auch so geschieht. Was die Pläne noch durchkreuzen könnte.

Soll es einen dm-Markt an der alten Kaserne geben, muss dafür die Bezirksregierung in Düsseldorf ihre Zustimmung geben.

Soll es einen dm-Markt an der alten Kaserne geben, muss dafür die Bezirksregierung in Düsseldorf ihre Zustimmung geben.

Foto: Christoph Reichwein (crei)/Reichwein, Christoph (crei)

Die Abstimmung in der Politik fiel eindeutig zugunsten eines dm-Marktes in der alten Kaserne aus. Doch kommt der Drogeriemarkt jetzt tatsächlich? In der Emmericher Politik gibt es Stimmen, die sagen, dass die Emmericher Stadtverwaltung in Düsseldorf versuchen könnte, ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Vorhaben doch noch durchzusetzen.

Wie kann das sein? Die Politik hat doch entschieden, oder?

Der Grund ist das Verfahren, dass die Politik im Rathaus in Auftrag gegeben hat. Ein neuer Edeka-Markt und ein dm-Markt nebendran (wie von Investor Josef Schoofs gewünscht), kann nur dann gebaut werden, wenn eine Genehmigung dafür vorliegt. Also ein Bebauungsplan. Bevor dieser Plan aber überhaupt erstellt werden kann, muss die Bezirksregierung abklären, ob das Vorhaben im Einklang steht mit den Vorgaben des Landes, die den Handel betreffen. Und die Behörde in Düsseldorf könnte das noch ganz anders sehen, als die Mehrheit aus CDU, SPD und BGE im Emmericher Rat.

Denn der Schutz der Einzelhandelszentren spielt eine wichtige Rolle bei der Landesplanung. Ein Einkaufszentrum auf der grünen Wiese, das möglicherweise den Handel im Zentrum viele Kunden wegnimmt, hat kaum noch Chancen. Und so könnte man in diesem Fall argumentieren. Die Kombination aus Aldi-Markt, der ja dort bereits existiert, und einem neuen Edeka-Markt sieht die Verwaltung unkritisch. Kommt aber noch ein dm-Markt hinzu, verliert die Innenstadt zu viele Menschen, die dort nicht mehr einkaufen, sondern das neue Angebot nutzen. Fürchtet die Verwaltung.

Und vor den neuen Gebäuden gäbe es natürlich auch einen großen Parkplatz. Zudem ist die Anbindung über die B 220 sehr attraktiv. Besonders für Kunden aus den Niederlanden.

Auch die beiden Büros, die sich mit dem Handel in Emmerich befassen, lehnen den Drogeriemarkt ab. Die Emmericher Werbegemeinschaft ebenso. Auch wird im Einzelhandeskonzept der Schutz der City über alles gestellt.

So ist die Einschätzung in Teilen der Politik wohl nicht ganz falsch, dass bei den Gesprächen zwischen den Behörden in Düsseldorf am Ende herauskommt, dass der dm-Markt nicht genehmigt wird.

Das Pro und Contra hat die Menschen in den vergangenen Tagen auf jeden Fall beschäftigt, wie kaum ein anderes Thema in letzter Zeit.

Die Stimmungslage ist komplett unterschiedlich. Von klarer Zustimmung zu den Plänen bis zur heftigen Ablehnung ist alles dabei. Davon zeugen eine Reihe von Kommentaren auf der Facebook-Seite der Rheinischen Post.

Einige wollen noch mehr Angebote in der Kaserne. „Ein Indoorspielplatz wäre auch noch auf dem Kasernengelände toll“, schreibt eine Frau.

Andere fordern mehr kleine, hochwertige Geschäfte in der City. „Für mich wäre es sinnvoll, kleinere Modeläden, Schmuck, Geschenkartikel, Cafés anzusiedeln“, schreibt eine Frau. Das versucht gerade die Firma Schneider + Straten. Zuschüsse, Mietnachlässe und ganz praktische Hilfe sollen Geschäftsgründungen erleichtern. In dem Geschäft herrscht harter Konkurrenzkampf. Sich durchzusetzen ist nicht leicht.

Doch soll es noch mehr Läden in der Kaserne geben?

Das ist die Befürchtung von Jörn Bartels von der neuen Fraktion Freie Wähler. „Was kommt als nächstes?“, hat er im Ausschuss für Stadtentwicklung gefragt. „Deichmann?“

Eine andere Nutzerin auf der Faceook-Seite der RP hingegen bestätigte die Einschätzung von Matthias Reintjes, dem Chef der CDU-Fraktion. „Ich mache einmal im Monat einen Großeinkauf bei dm. Dafür fahre ich aber jedes Mal nach Kleve, da ich dort immer direkt vor Ort parken und den schweren Einkauf sofort ins Auto packen kann...das ist mir in Emmerich einfach viel zu anstrengend, da darf man ewig laufen, um zu seinem Auto zu gelangen. Von daher hat die Innenstadt Emmerich mich seit Jahren verloren...“

Reintjes hatte in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung argumentiert, dass die Emmericher beim neuen Angebot eben nicht mehr nach Kleve fahren, sondern nur noch bis zur alten Kaserne in Emmerich.

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