Emmerich: Dienstreise zu gefährlich?

Emmerich : Dienstreise zu gefährlich?

Das Außenministerium warnt auf seiner Homepage derzeit vor Reisen in den Südosten der Türkei. Besonders an die syrische Grenze. Dort liegt Viransehir. Möglicherweise fährt die Emmericher Delegation deshalb derzeit nicht hin.

Die Dienstreise von Johannes Diks und einer kleinen Delegation in die türkische Stadt Viransehir ist alles andere als eine Vergnügungsreise. Bekanntlich möchte der Bürgermeister die Einladung des dortigen Bürgermeisters zu einem Gegenbesuch annehmen. Die Reise ist vom 14. bis 17. Oktober.

Abgesehen davon, dass eine Zwischenlandung in der Türkei nötig ist, gilt auch noch eine Reisewarnung des deutschen Außenministeriums. Und die sollte man ernst nehmen.

"Es wird empfohlen, sich nicht in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze und in grenznahen Dörfern aufzuhalten und insbesondere türkisch-syrische Grenzanlagen zu meiden und diese auch nicht zu fotografieren", heißt es auf der Homepage. Bekanntlich tobt in Syrien derzeit ein Bürgerkrieg. Viransehir liegt etwa 50 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Eine weitere Reisewarnung des Ministeriums gibt es wegen der kurdischen Terrorgruppe PKK. "Im Osten und Südosten des Landes kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der PKK und türkischen Sicherheitskräften. Reisen in diesen Landesteil sind daher mit einem deutlich erhöhten Risiko behaftet", schreibt das Ministerium.

Zur Emmericher Delegation gehören neben Johannes Diks auch Stadtwerkechef Ulrich Schnake und Inge Hieret-McKay mit ihrem Ehemann sowie Enver Seyrek. Er ist der Ehemann von Sultan Seryrek, die den Integrationsrat leitet.

Bürgermeister Johannes Diks gestern Abend zur RP: "Ich wusste bislang nicht, dass das Ministerium eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Wir müssen darüber beraten und die Reise zum derzeitigen Zeitpunkt vielleicht verschieben. Eine solche Warnung kann man nicht einfach ignorieren." Die übrigen Delegationsteilnehmer werden es wohl ebenso sehen wie Diks.

Unabhängig von den derzeitigen Widrigkeiten der Reise stehen die Parteien dem Besuch des Bürgermeisters in Viransehir offen gegenüber. CDU, SPD und FDP wollen allerdings abwarten, wie das Ergebnis des Besuchs aussieht (falls er derzeit stattfinden kann) und dann entscheiden, ob in Zukunft eine Städtepartnerschaft möglich ist. Die BGE sieht eine Partnerschaft eher als schwierig an, weil die Stadt einfach schlecht zu erreichen ist. Die Grünen hingegen finden die Idee für die Zukunft gut. "Gerade für Schüler wäre das gut."

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(RP/rl)