Tag Der Arbeit: Die Wirtschaft, die auf dem Teppich bleibt

Tag Der Arbeit: Die Wirtschaft, die auf dem Teppich bleibt

Er ist eigentlich ein Wahrzeichen der Stadt, und doch dürften ihn nur wenige Emmericher tatsächlich einmal in natura gesehen haben – der Emmericher Gobelin, zu finden im Sitzungssaal des Rathauses. Der 3,50 mal fünf Meter große Wandteppich ist ein Werk des Künstlers Bernd Terhorst (Entwurf) und seiner Frau Elisabeth (Ausführung), das Ende der 30er Jahre als Geschenk der heimischen Industrie an die Stadt in Auftrag gegeben wurde. Er zeigt fast alle Professionen und Branchen, die Emmerich einmal zu bieten hatte, die es zum Teil aber auch noch heute gibt.

Er ist eigentlich ein Wahrzeichen der Stadt, und doch dürften ihn nur wenige Emmericher tatsächlich einmal in natura gesehen haben — der Emmericher Gobelin, zu finden im Sitzungssaal des Rathauses. Der 3,50 mal fünf Meter große Wandteppich ist ein Werk des Künstlers Bernd Terhorst (Entwurf) und seiner Frau Elisabeth (Ausführung), das Ende der 30er Jahre als Geschenk der heimischen Industrie an die Stadt in Auftrag gegeben wurde. Er zeigt fast alle Professionen und Branchen, die Emmerich einmal zu bieten hatte, die es zum Teil aber auch noch heute gibt.

Zum Beispiel die Süßwarenindustrie, dargestellt durch das Mädchen, das auf einem Arbeitstisch Pralinen und Schokoladen sortiert. Die "süße Tradition" der Schokoladenfabrik Neugebaur und Lohmann wird in der Gegenwart in anderer Form von der Firma Katjes fortgeführt.

Ebenfalls noch heute hier ansässig ist die Chemie-Branche. Was früher einmal die Noury/van der Lande oder die Deutsche Gasolin AG waren, sind heute Oleon, Kao, KLK und Johnson Matthey.

  • Emmerich : Frühlingsgrüße von Bernd Terhorst

Ein Unternehmen, das noch existiert, ist Lensing und van Gülpen, die älteste Kaffeerösterei Deutschlands, zu erkennen an dem Mann mit dem Leinensack über seinen Schultern. Auch die Firma Probat, heute Weltmarktführer, ist auf dem Gobelin verewigt: Die Kaffeebohnen, die aus dem Leinensack rieseln, fallen in eine ihrer Röstmaschinen. Direkt darüber ist ein Schriftsetzer zu finden. Diesen Beruf gibt es heute so wohl nicht mehr. Dafür aber die Druckerei, für die er arbeitete: J.-L. Romen. Und der Mann, der mit der Feder schreibt, benutzte Tinte von H. von Gimborn. Das Unternehmen hat seine Produktpalette allerdings komplett verändert. Heute ist es ein Heimtierspezialist.

Auch der Bereich Metall war in Emmerich stark vertreten. Früher gab es die Eisenwerke Reintjes, die Blechwarenfabrik Johannes Breitenstein oder die Drahtnetzwerke, heute unter anderem die Deutsche Gießdraht. Emmerich war zudem Hochburg der Spirituosen-Industrie: Bols, Wall-Fleischhauer oder Westhooven (dargestellt durch den Schnaps brennenden Teufel unten links) gibt es hier heute zwar nicht mehr, dafür führt aber die Destille in Dornick diese Tradition fort.

Einige der auf dem Teppich dargestellten Wirtschaftszweige sind ganz verloren gegangen: Tabak, Fischerei, Papierproduktion — all das ist längst Vergangenheit, an die der Terhorst-Gobelin erinnert.

(RP/ac)
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