Rees : Die (Irr)Wegweiser

Mit viel Werberummel wurde das landesweite Radwegenetz mit den rot-weißen Schildern auf den Weg gebracht. Doch vor allem in Haffen scheinen die Wegweiser mehr zu verwirren als zu helfen.

HAFFEN / REES Spätestens seit den letzten Sonnentagen ist die Saison für die Radler endgültig eröffnet, die zwischen Wesel und Emmerich jetzt immer öfter auf den Drahtesel steigen und dann an einer Kreuzung in Haffen ratlos ihre Tour stoppen. Der Wegweiser am Hanenkroitweg, der bereits vor einiger Zeit für Gesprächsstoff sorgte, weil dort ein Schild „Haldern 600 Meter“ hing, sorgt offenbar immer noch für reichlich Verwirrung.

Radler, die aus Haffen kommen, will die Wegweiser nämlich nach links Richtung Wesel und Bislich schicken. Doch irgendwie sagt das Bauchgefühl: Richtung Bislich, geht es da nicht geradeaus? Offenbar ein drängendes Problem, denn die Beschwerden gerade zu diesem Schild häufen sich. „Das ist völlig unsinnig und zeigt in die falsche Richtung“, ist die Meinung, ein Anwohner sei regelmäßig als Auskunftsbüro gefragt und schicke die Radler auf die richtige Strecke. Besonders ärgerlich: „Wenn man irgendwo anruft, um sich über das Schild zu beschweren, heißt es immer nur: Wir sind nicht zuständig.“

Stellt sich die Frage: Wer ist denn zuständig und weiß, ob die Beschilderung da korrekt ist? Beim Kreis Kleve verweist man schnell auf ein Ingenieurbüro in Aachen, bei dem die Route geplant wurde. Von dort gibt es den Tipp: „Rufen Sie beim Landesbetrieb Straßenbau an, der hat die Schilder aufgebaut.“ Immerhin gibt es bei der Behörde einen netten und auskunftsfreudigen Mitarbeiter, der sich das Problem geduldig anhört und mögliche Erklärungen für das Schild parat hat.

Er erläutert, dass der Wegweiser nicht immer die direkte Richtung weisen müsste. An der Stelle in Haffen etwa ist das Schild Richtung „Wesel Bislich“ mit einem kleinen Bäumchen-Symbol versehen. „Nicht alltagstaugliche Strecke“ heißt das Zeichen im Behördendeutsch, „schöne Strecke“ würde der Laie vermutlich sagen. Also eine Route, die zwar länger, aber dafür landschaftlich attraktiver sein soll. Allerdings soll eigentlich dann auch immer der Wegweiser mit der direkten Richtung daneben hängen, damit der Radler die Wahl hat: kurze oder schöne Strecke. Dass das durchaus üblich ist, zeigt auch das Beispiel in Haffen. Denn an der Kreuzung hängen zwei Wegweiser nach Mehr: ein „Alltagsweg“ mit 1,4 Kilometern, ein „Ausflugsweg“, der zwei Kilometer länger ist.

Man darf gespannt sein, was sich jetzt dort tut. Der Landesbetrieb Straßenbau will den Fall überprüfen lassen. Auch die Stadt Rees will sich die Situation ansehen. Bis etwas geschehen ist, werden die Radler aber den Anwohner weiter nach dem Weg fragen müssen.

(RP)