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Die Heiligen drei Könige von St. Vitus in Emmerich

Interview Regina Museler : Die Heiligen drei Könige von St. Vitus

Am 6. Januar ist der Tag der Heiligen drei Könige. Regina Museler, Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Vitus Elten-Hochelten-Hüthum, beantwortet Fragen zum Dreikönigsfest.

Was bedeuten die heiligen drei Könige für Sie persönlich?

Regina Museler Die Könige sind dem Stern gefolgt, obwohl sie nicht wussten, was sie erwartet. Sie hatten von Herodes den Befehl erhalten, das Kind ausfindig zu machen. Sie sind aber nicht dem Befehl, sondern ihrem Herzen gefolgt und haben für den Rückweg einen anderen Weg gewählt. Sie haben gefühlt, dass dieses Kind etwas Besonderes ist. Ins Leben übertragen heißt das, dass man dem göttlichen Ruf und dem Herzen folgen sollte und nicht den Machtbefehlen von oben.

Was bedeutet das Dreikönigsfest in der Gemeinde?

Museler Viele verbinden das Fest mit dem Sternsingen. Die Kinder machen begeistert mit, die Hüthumer freuen sich auf einen Besuch der kleinen Könige. Da ich von unserer Pfarrei aus in der St. Georg-Grundschule aktiv bin, habe ich einen guten Kontakt zu den Familien und kann durch die gute Zusammenarbeit mit dem Kollegium in den Klassen Werbung für das Sternsingen machen. Die Kinder aus dem Vorjahr werden von uns angeschrieben. Deshalb sind so viele dabei.

Wie läuft das Sternsingen ab?

Museler In Hüthum sind beim Sternsingen 2020 am 11. Januar - nach dem Aussendungsgottesdienst um 9.30 Uhr in der St. Georg-Kirche - 68 Kinder und Jugendliche unterwegs. Das sind 19 mehr als im letzten Jahr. Darunter sind fast 30 neue Kinder, die zum ersten Mal mitmachen. Die Sternsinger sind zwischen vier und 15 Jahre alt, drei Kids besuchen noch den Kindergarten, die ältesten das zehnte Schuljahr. Sie laufen in Gruppen zu dritt oder zu viert. Weil in diesem Jahr so viele Kinder als Sternsinger mitmachen, konnten wir die einzelnen Bezirke verkleinern. Federführend kümmert sich Beate Verhey darum, bereits seit über 30 Jahren. Ich bin seit vier Jahren dabei. Aber es gibt auch viele engagierte Eltern, die uns unterstützen. In Elten sind die Sternsinger an drei Tagen ab dem 3. Januar unterwegs. Dort waren es in diesem Jahr 45 Kinder. Die Leitung der Vorbereitung hat Theo Berntsen.

Welches Projekt wird unterstützt?

Museler Am 6. Januar um 16 Uhr findet das Vorbereitungstreffen im Pfarrzentrum am Koppelweg statt. Dort bekommen die Kinder aus einem reichen Fundus ihre Kleidung, lernen das Lied und schauen sich den Film des Kindermissionswerkes an, das das Motto des jeweiligen Sternsingens angibt. In 2020 heißt es: „Frieden im Libanon und weltweit“. Die Sternsinger sammeln Geld für dieses Projekt. In Elten wird traditionsgemäß für das Tansania-Projekt gesammelt.

Warum machen die Kinder so begeistert mit?

Museler Kinder haben das Bedürfnis zu helfen. Sie sehen die Not und das Elend in den anderen Ländern. Sie sind sehr begeisterungsfähig und es macht auch Spaß, gemeinsam etwas Gutes zu tun. Es gibt zwar Menschen, die sie unfreundlich empfangen oder die Türe erst gar nicht öffnen – und das enttäuscht sie sehr – aber sie freuen sich über die vielen Menschen, die ihnen Geld für das Projekt geben. Sternsingen ist für viele Kinder und Familien ein Selbstläufer, manche Kinder machen bereits zum neunten oder zehnten Mal mit. Es ist eine jahrzehntelange Tradition in der Pfarrei, bei der bereits mehrere Generationen mitgemacht haben.