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Die Grünen in Emmerich stellen Sabine Siebers auf

Emmerich : Grüne stellen Sabine Siebers auf

Die Fraktionsvorsitzende der Emmericher Grünen ist eine bekannte Politikerin in der Stadt. Sie möchte im September Bürgermeisterin werden. Zur Wahl ihrer Mitglieder hatte die Partei die Presse nicht eingeladen.

Die Emmericher Grünen treten mit einer eigenen Kandidatin für das Amt des Emmericher Bürgermeister an. Es ist Sabine Siebers, die Fraktionsvorsitzend der Emmericher Grünen und eine der bekanntesten Vertreterinnen der Partei.

Sabine Siebers (geb.16. Mai 1957 in Wolfsburg) ist Beruf Rechtsanwältin und Berufsbetreuerin. Sie ist bei den Grünen seit 1994 und seit 1999 Mitglied im Emmericher Stadtrat. Seit 2004 ist sie die Vorsitzende der Ratsfraktion.

Die Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahlen fand am Samstag in der Aula der Gesamtschule statt, wo die Mitglieder die Hygienevorschriften einhalten konnten. In einer Pressemitteilung der Grünen heißt es, 16 Teilnehmer seien zu der Versammlung gekommen. 14 Mitglieder der Grünen seien das gewesen und zwei Interessierte.

Die Presse hatten die Grünen zu ihrer Versammlung nicht eingeladen.

„Nach den üblichen Regularien rief Versammlungsleiter Herbert Kaiser die Wahl des Kandidaten/der Kandidatin der Bürgermeisterwahl auf. Sabine Siebers wurde vorgeschlagen und einstimmig gewählt“, schreiben die Grünen. Und weiter: „Ihr Hauptanliegen ist, aus der grauen Stadt am Rhein eine grüne, kinder-, fahrrad- und behindertenfreundliche Stadt zu machen. Im Inklusions- und Sozialbereich liegen weiter Schwerpunkte.“ Als Juristin kenne sie die Verwaltungssprache und sei damit prädestiniert für das Amt der Bürgermeisterin, so die Grünen in ihrem Schreiben weiter.

Und weiter: „Für alle 18 Wahlbezirke stellte der Ortsverein Kandidaten auf, die alle ihre Wahl annahmen. Hier freuten sich die Grünen besonders darüber, dass für die drei Eltener Bezirke sich mit Fabian Wehren, Ludger Wittenhorst und Hermine Swhajor drei Eltener zur Wahl stellen.“

Wichtig bei den Grünen ist die sogenannte Reserveliste, weil die Grünen in Emmerich nur geringe Chancen haben, dass die Wähler einen ihrer Kandidaten direkt in den Rat wählen, indem sie ihn in einem Wahlbezirk mit einer Mehrheit ausstatten.

Die Reserveliste berücksichtigt deshalb das allgemeine Wahlergebnisse und sorgt dafür, dass eine Partei auch dann Vertreter im Stadtrat hat, wenn kein oder nur wenige Kandidaten es in den Bezirken direkt geschafft haben.

Der Emmericher Rat wird nach der Wahl im September übrigens größer werden, so dass auch die kleineren Parteien mehr Sitze bekommen könnten. Das macht die Liste deshalb noch einmal mehr interessant. Möglicherweise werden künftig mehr als zwei Grüne im Rat vertreten sein.

Die Liste: Platz 1 und 2 gehen an die Ratsmitglieder Sabine Siebers und Herbert Kaiser, auf Platz 3 folgt Hermine Swhajor, auf Platz 4 ist Birgit Bißeling, auf Platz 5 Gabriele Hövelmann und auf Platz 6 Jürgen Brockmann.

Die weiter Rangfolge:

7: Thomas Koenen, 8: Hermann Pooth, 9: Julian Schulz; 10: Jens Hoppe ; 11: Inge Hübers; 12: Stefan van Ühm; 13:Ute Sickelmann; 14: Rainer Gustedt.

Dass die Grünen mit Sabine Siebers eine eigene Kandidatin ins Rennen schicken, überrascht nicht. Die Grünen hatten bereits bei vorherigen Wahlen eigene Kandidaten aufgestellt. Das war zum Beispiel im Jahr 2009, als Sabine Siebers gegen den damaligen Amtsinhaber Johannes Diks (CDU) antrat.

Bei der Bürgermeisterwahl danach, die Diks dann bekanntlich gegen den heutigen Bürgermeister Peter Hinze (SPD) verlor, verzichteten die Grünen auf einen eigenen Kandidaten für das höchste politische Amt in Emmerich. Die Grünen empfahlen ihren Wählern stattdessen Joachim Sigmund von der BGE, „weil er aufgrund seiner fachlichen Voraussetzungen und seiner umfangreichen Erfahrungen auch gerade im Verwaltungsbereich die besten Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters mitbringt“, so die Grünen damals.

Das scheinen sie nun nicht mehr zu glauben. Dass die Grünen eine eigene Kandidatin aufstellen, werten manche Beobachter auch als eine Schwächung des SPD-Kandidaten Peter Hinze. Grüne Wähler hätten  vielleicht eher für ihn als für einen Kandidaten von CDU oder BGE gestimmt. So könnte die Möglichkeit einer Stichwahl wahrscheinlicher werden. Die ist allerdings vermutlich ohnehin nötig, weil die drittstärkste Kraft im Emmericher Rat, die BGE, ebenfalls mit Joachim Sigmund einen eigenen Kandidaten stellt.

In so einer Stichwahl stellen sich die beiden Kandidaten für das Bürgermeisteramt. mit den meisten Stimmen noch einmal den Wählern.