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Die Fläche des Emmericher Hafen wird im Jahr 2022 erneut erweitert

Auch neue Containerbrücke kommt : Emmericher Hafenareal wird erweitert

Die Containermengen, die täglich am Binnenhafen in Emmerich umgeschlagen werden, nehmen immer weiter zu. Aufgrund dessen wird die Gesamtfläche des Areals im neuen Jahr noch einmal deutlich vergrößert.

(RP) Der Umschlag mit Containern boomt am Emmericher Hafen. Zwischen 85.000 und 125.000 TEU (Containereinheiten; siehe Infobox) wurden seit 2015 pro Jahr rein wasserseitig umgeschlagen. Und auch bei den Bahnverkehren verzeichnen die Verantwortlichen des trimodalen Hafens mittlerweile eine intensive Nachfrage. Die Seidenstraße reicht nun bis an die niederländische Grenze. Nahezu täglich kommt ein so genannter Chinazug im Emmericher Hafen an, von wo aus die Güter per Binnenschiff oder Lkw weitertransportiert werden. „Der Hafen hat sich sehr gut entwickelt in den vergangenen Jahren“, sagt Arndt Wilms, der als Prokurist der Port Emmerich Infrastruktur- und Immobilien GmbH für die Erweiterung der Containerflächen zuständig ist. „Mit den Maßnahmen optimieren wir die Umschlagprozesse und stellen den Hafen zukunftssicher auf.“

Die äußerst positive Entwicklung im Emmerichen Hafen ist auch international tätigen Immobilienprojektentwicklern nicht verborgen geblieben. So sicherte sich der Immobilienprojektentwickler Hillwood  nun eine 23.000 Quadratmeter große Fläche direkt neben dem Containerterminal. Auf dem Areal, das zuvor von einem Chemieunternehmen genutzt wurde, soll voraussichtlich eine Logistikimmobilie entstehen. „Unsere trimodale Infrastruktur ist für Logistikunternehmen natürlich sehr interessant“, freut sich Arndt Wilms.

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Um auch weiter ein attraktiver Standort zu bleiben, steht kurz nach der Vollendung der ersten Ausbaustufe schon bald die zweite Erweiterung an. Denn als Binnenhafen ist Emmerich nicht von den Entwicklungen auf den Weltmeeren abgekoppelt. Dort werden die Containerschiffe immer größer und in der Folge kommen auch an den Binnenhäfen immer mehr Container auf einen Schlag an. „Damit es sich beim Be- und Entladen der Schiffe nicht staut und es mehr Platz für die Bewegung der Container gibt, war die Flächenerweiterung unumgänglich“, erläutert Wilms. „Mit den Maßnahmen, die wir nun umsetzen, sind wir gewappnet für die Containermengen der Zukunft.“ Bereits im Januar dieses Jahres waren zwei neue Flurförderfahrzeuge – ein Reach-Stacker sowie eine Terminalzugmaschine – zum Stapeln und Umschlagen von Containern in Betrieb genommen worden, um auf den gewachsenen Container-Umschlag zu reagieren.

Der erste Abschnitt der Flächenerweiterung, der nun vollendet ist, soll zum einen dem Containerumschlag dienen, zum anderen aber auch die Einfahrtsituation der Lkw in das Terminal verbessern und einen schnelleren Durchfluss ermöglichen. Im kommenden Jahr soll dann die zweite Fläche, die mit 8000 Quadratmetern doppelt so groß ist wie der erste Abschnitt, fertig gestellt werden. Anschließend soll das Fundament der Kranbahn komplett erneuert werden, auf dem dann die neue Kranbrücke in Betrieb gehen soll.

„Die neue Containerbrücke wird das Herzstück unseres Hafens“, sagt Marcel Lueb, Projektingenieur bei der Emmericher Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen, der das Projekt begleitet. Die neue Containerbrücke wird in Emmerich eine Brücke ersetzen, die seit über 20 Jahren im Einsatz ist und im laufenden Betrieb abgelöst werden soll. Sie wird leiser arbeiten als ihre Vorgängerin, weil sich sowohl die einzelnen Anlagenteile als auch das Anheben und Absetzen der Container deutlich weicher steuern lassen. Eine neue, ausfallsichere Steuerungs- und Kommunikationstechnik an Bord ermöglicht das Bestimmen und Auswerten von Betriebsstatus und Energiekennzahlen.

„Die neue Kranbrücke wird so ausgelegt, dass die Lastspielzeiten um bis zu 20 Prozent reduziert werden können“, sagt Lueb. „Zudem ermöglicht die eingeplante Rekuperation, je nach vorherrschenden Betriebsbedingungen, Energieeinsparpotentiale ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich.“