Die Coenen Werft baut jetzt in Emmerich

Emmerich/Kleve : Die Coenen Werft baut jetzt in Emmerich

Seit Anfang des Jahres fertigt das Unternehmen seine Schiffe nicht mehr am Klever Spoykanal. Geschäftsführer Thomas Coenen und seine sechs Mitarbeiter sind auf Aluminium-Boote spezialisiert.

(ha) Dass die Coenen Werft die Rheinseite gewechselt hat, hat nichts mit der Schließung der Schleuse Brienen in Kleve zu tun. Am Spoykanal baute das Unternehmen seit 2004 Aluminium-Schiffe. Doch der Platz reichte nicht mehr aus, so dass zu Beginn dieses Jahres die Werft an den Blinden Weg 30 in Emmerich zog. Hier hat Thomas Coenen ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück mit einer 1000 Quadratmeter großen Halle erworben. Über mangelnde Arbeit kann sich der Werftbesitzer nicht beschweren. Bis zum Jahresende ist das Auftragsbuch gut gefüllt.

99 Prozent der in Handarbeit gefertigten Schiffe aus Aluminium werden über den Landweg an die Kunden ausgeliefert. Das 20 Meter lange Hausboot allerdings, das der Österreicher Alexander Waltner hier bauen lässt, wird in Emmerich zu Wasser gelassen. Inspirieren ließ sich der Unternehmer von Armin Birkle, der seinen Katamaran Aubi, mit dem er mehrere Jahre auf den Weltmeeren unterwegs war, ebenfalls in der Coenen Werft bauen ließ. Dass sich das Schiff bewährt hat, davon konnte sich jeder nach der Heimkehr der Aubi überzeugen, denn der Katamaran liegt wieder in Rees im Mahnensee.

Geschäftsführer Thomas Coenen. Foto: Thorsten Lindekamp

Des Weiteren hat sich Coenen darauf spezialisiert, den Bootsbau für kommerzielle Auftraggeber wie Verbände und Institutionen anzunehmen. So baut er Alu-Kaskos auch für renommierte Werften. Seine sechs Mitarbeiter sind auf Aluminium spezialisiert. Sie arbeiten nicht nur im Bootsbau, sondern fertigen auch große Konstruktionen etwa für Kräne.

Seine Konstrukteure sind weltweit verteilt. „Ich bin das Bindeglied zum Endkunden“, beschreibt Coenen seine Funktion. Aktuell ist das 20 Meter lange Aluminium-Hausboot, das mit drei 450 PS Motoren als Halbgleiter ausgestattet werden soll, das Flaggschiff in der neuen Werkshalle. Zeitgleich werden ein Landungsboot für die Schweiz und ein Feuerwehrboot für eine Werft gebaut. Hier wird nichts gelötet, jede Naht wird verschweißt.

Das 20-Meter-Hausboot hat ein Rohgewicht von elf Tonnen, wird ausgebaut wohl 30 Tonnen schwer sein, es ist fünf Meter breit. Es wird mit großen Fenstern ausgestattet, einige Gewerke hat Thomas Coenen an Subunternehmen vergeben. Auf dem Dach wird ein Whirlpool gesetzt. Das Schiff soll als Büro genutzt werden und wird ganz bestimmt ein Hingucker sein, wenn es fahrklar ausgerüstet Emmerich gen Donau verlassen wird. Rund 150 verschiedene Bootstypen wurden in den vergangenen 15 Jahren in der Werft gebaut. Für den Aluminium-Schiffsbau gelten höchste Qualitätsstandards. Von der handwerklichen Qualität der Coenen Werft ist Armin Birkle auch heute noch überzeugt. Sein Alu-Katamaran Aubi hatte in der Karibik ein Korallenriff gerammt, zwei Tage lag es auf dem Riff. Das Riff war beschädigt, sein Schiff kaum. „Ich kann die Werft auf jeden Fall empfehlen“, so Eigner Birkle.

In Zukunft will Thomas Coenen Auszubildende einstellen. „Wir müssen selber ausbilden, wir finden überhaupt keine Mitarbeiter“, sagt Coenen.