Rees: Der "Transformer" von Haffen

Rees : Der "Transformer" von Haffen

In Mehr und Mehrhoog hatte das Riesengerät des Volksbank-Lohnunternehmens gestern seine ersten Einsätze. Der Challenger wird auf den Feldern eingesetzt, um mit neuester Technik Pflanzenschutzmittel aufzubringen.

Wenn der tonnenschwere Koloss aus der Halle rollt und die 27 Meter langen Greifer wie eine Riesenspinne entfaltet, hat das etwas von den "Transformern". Doch während die Machinen-Monster in der US-Actionserie ihr Eigenleben führen, sitzt beim Gerät der Volksbank ein Mensch aus Fleisch und Blut am Steuer. Und der sorgt dafür, dass die Riesenmaschine fast zentimetergenaue Arbeit leistet. Denn was ein Beobachter dem Gerät gar nicht zutraut, ist sein Geheimrezept: Durch ausgeklügelte Technik soll es dem Challenger möglich sein, Pflanzenschutzmittel genauer und schonender aufzubringen.

Per GPS gesteuert

Wer sich ans Steuer des Giganten setzt, fühlt sich an die Kommandozentrale eines Raumschiffs erinnert. Zwar gibt es auch Lenkrad und Gaspedal, doch gleichzeitig unterstützen den Fahrer Bildschirm und Joystick bei der Feld-Arbeit. Denn der Challenger, der profan "selbstfahrendes Pflanzenschutzgerät" heißt, scannt beim Überfahren zunächst die Fläche, die bearbeitet werden soll. Dann wird der Fahrer per GPS so geleitet, dass er jede Stelle tatsächlich nur einmal bespritzt. Das soll gleich zwei Vorteile haben: Einmal schont es die Umwelt, außerdem wird das Mittel genauer und sparsamer aufgebracht.

Doch das Ausfahren der Riesengreifer ist längst nicht die einzige technische Finesse, die der Challenger beherrscht. Das Gerät lässt sich auch komplett in die Höhe fahren. Dadurch entsteht unter dem Fahrzeug eine breite Gasse für die Arbeit auf dem Feld. "So ist es möglich, das Gerät selbst dann noch einzusetzen, wenn der Mais bereits drei Meter hoch steht", erläutert Klaus Boers Betriebsleiter des Volksbank-Lohnunternehmens.

Die Verluste werden durch diese Technik minimiert, weil das Hochfahren verhindert, dass die Ernte zerquetscht wird. Dieser Effekt hat auch seinen Preis: Normalerweise kostet der Einsatz des Challengers die Bauern den "normalen" Preis. Wird das Gerät dann aber hochgefahren, wird auch der Preis teurer. "Weil eben auch der Ertrag höher ist", rechnet Volksbank-Vorstand Holger Zitter vor.

Nachfrage für das Gerät gibt es bereits genug. Trotz seiner Größe darf der Challenger auch auf Straße fahren. Erreicht er das Feld, klappt er die Riesengreifer aus und kann Dank des 4 000 Liter Tanks bis zu 20 Hektar auf einmal bearbeiten.

Da kann es im Cockpit heiß werden. Deshalb ist eine Klimaanlage eingebaut. Die "Transformer" aus dem Kino müssen auf diesen Service verzichten.

(RP)
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