Der Nikolaus kommt nach Emmerich über den Rhein

Weihnachtliche Aktionen am Samstag : Großer Bahnhof für den Nikolaus am Rhein

Der Heilige Mann kam mit dem Schiff nach Emmerich. Adventsshopping in der Innenstadt und ein Weihnachtsmarkt auf der „Germania“ luden zum Bummel ein.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Advents. Morgens um zehn standen bereits zahlreiche Kinder mit Eltern und Großeltern am Steiger an der St. Martinikirche, um den Nikolaus zu empfangen. „Ich seh ihn“, rief ein Knirps erfreut, als das rote Feuerwehrboot unter der Rheinbrücke durchfuhr: an Bord neben dem Schiffsführer auch sieben junge Leute der Jugendfeuerwehr, St. Nikolaus (Siggi Alefsen) und drei „echte“ zwarte Pitten. „Das ist schön, dass die auch wirklich schwarz sind, so wie es Tradition ist“, sagte Dana Scheibe, die mit Tochter Lea-Sophie zum Steiger gekommen war. „Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Die zwarte Pitten gehören dazu, das war schon immer so.“ Lea-Sophie (7) freute sich auf den Heiligen Mann und seine Begleiter, wollte sie sich doch bedanken, dass der am Nikolausabend zwei Überraschungseier und zwei Bücher in ihre bereitgestellten Schuhe gelegt hatte.

Als das Boot anlegte und der Nikolaus von Bord ging, drängten sich Erwachsene und Kinder – so manches mit roter Weihnachtsmannmütze - um den heiligen Mann. Die 20 Monate alte Lina Schulte hatte einen Logenplatz, saß sie doch auf den Schultern von Papa Marc. Bürgermeister Peter Hinze empfing den Nikolaus mit einem „Herzlich willkommen in Emmerich am Rhein.“ Er wünschte allen eine schöne Adventszeit: „Genießen Sie die Zeit trotz des Stresses, den diese Zeit oft mit sich bringt.“ Auf die Frage: „Wer war denn lieb?“ zeigten alle Kinder auf. Also verteilten der Nikolaus und seine Pitten Mandarinen und Süßigkeiten aus seinem Bollerwagen, bevor er mit allen durch die Stadt zog. Erste Ziele waren der Markt und die Stadtbücherei.

Danach ging es von Geschäft zu Geschäft, weil die Werbegemeinschaft sich eine tolle Stiefelaktion für die Kinder ausgedacht hatte. Im Vorfeld konnten sie bei „Abbing & Bolk“ ihre Stiefel abgeben. „Wir bekamen mehrere Dutzend und verteilten sie auf neun teilnehmende Geschäfte“, erzählte Kirsten Bolk. Hier wurden die Stiefel mit Leckereien und kleinen Überraschungen gefüllt und dann ins Schaufenster gestellt. Während des Umzugs durch die Stadt konnten die Jungen und Mädchen ihre eigenen gefüllten Stiefel dann suchen und in Empfang nehmen. Und da an diesem Samstag auch Adventsshoppen angesagt war, hatten die Geschäfte bis 16 Uhr auf, so dass die Familien gleich den Weihnachtsbummel anhängen konnten.

Auch einen Bummel über den „schwimmenden Weihnachtsmarkt“ auf dem Fahrgastschiff „Germania“, das am Samstag am Steiger in der Nähe des Krantores lag, konnte in das adventliche Programm mit aufgenommen werden. „Wir haben 28 Stände hier. Alles ist selbst gemacht“, sagte Organisatorin Caroline Dahmen. Die Standbestücker lobten die besondere Atmosphäre auf dem Schiff. Das Angebot war vielfältig. Maria Bullack aus Goch stellt Taschen, Kissen, Karten und Buchhüllen im „Upcycling“ her, das heißt, sie nutzt alte Jeans, Bettlaken oder Dinge, die andere sonst wegwerfen. „Das hat etwas mit Nachhaltigkeit zu tun“, sagt sie. Ein breites Angebot an Selbstgemachten bot die Alindao-Gruppe an. Kerzen, Bilder, Kissen, Socken und vieles mehr wurde für die Partnergemeinde verkauft. „Für 55 Euro kann man dort 30 Kinder einen Monat lang unterrichten“, erzählte Maria Köster. „Und 3,50 Euro kostet eine Malaria-Impfung.“

Bald fährt die ehemalige Pastoralreferentin Brigitte Peerenboom nach Afrika, um vor Ort zu sehen, wie es um die Gemeinde Alindao steht. Die Emmericher hatten am Stand die Möglichkeit, ein Herz oder einen Schutzengel aus Papier mit einem Gruß an die Partnergemeinde zu beschriften. Sie gehen dann mit auf die Reise.

(Monika Hartjes)