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Rees: Der Halderner "Landstreicher"

Rees : Der Halderner "Landstreicher"

Die Haldern Strings sind inzwischen überregional ein Begriff für talentierten Streichernachwuchs. Der Name ist eng mit Georg Michel verbunden, der den Verein seinerzeit ins Leben rief und der bis heute sein "musikalisches Baby" ist.

Landstreicher — der Begriff, der üblicherweise eher abwertend gemeint ist, hat am Niederrhein und vor allem rund um Haldern einen ganz eigenen Klang. Denn unter diesem Titel sind die Haldern Strings in der Region bekannt geworden und haben ihn auch zu so etwas wie einem Markenzeichen werden lassen. Denn wer einmal ein "Landstreicher" war, aus dem ist später nicht selten ein talentierter Musiker mit guten Karriere-Aussichten geworden.

Die Haldern Strings sind untrennbar mit dem Namen Georg Michel verbunden. Der Streicherlehrer gründete 1994 den Verein und legte damit den Grundstein für zahlreiche erfolgreiche Teilnahmen am Wettbewerb "Jugend musiziert", bei den die Talente vom Niederrhein häufig auch bundesweit auf sich aufmerksam gemacht haben. Für den Gründer sind solche Erfolge allerdings nur eine angenehme Begleiterscheinung seiner Arbeit.

Fördern und Fordern

"Mir ging es von Anfang an nicht um die Ausbildung potenzieller Preisträger. Unser pädagogischer Ansatz beruht auf einer Persönlichkeits-Entwicklung mit Unterstützung der Musik. Das einfache Prinzip lautet zunächst einmal, dass jedes Kind musikalisch ist", hat Michel immer wieder versichert. Seit der Gründung werden im Domizil der Strings am Halderner Irmgardisweg 15 konstant bis zu 50 junge Geiger, Bratscher und Cellisten in vier Ensembles ausgebildet: den "Mini Strings", "Junior Strings", "Cadet Strings" und schließlich den "Haldern Strings". Dabei wird den Kindern und Jugendlichen neben aller Freude am Musizieren auch vermittelt, dass nur Übung den Meister macht.

Michels Credo ist: Ein Instrument lässt sich nicht durch Talent alleine beherrschen. Neben dem Talent bildet das regelmäßige Üben die Basis für den Erfolg. Fördern, aber auch Fordern. Dieses Konzept hat Georg Michel perfektioniert. Immer wieder macht er seinen Schülern klar, wie wichtig die tägliche Probe ist. "Das Üben ist zwar mitunter anstrengend. Doch dafür werden die Kinder irgendwann auch mit Erfolgserlebnissen belohnt", sagt Michel.

(RP)