Emmerich: Der Geschichtsverein braucht Helfer

Emmerich: Der Geschichtsverein braucht Helfer

Walter Axmacher, Vorsitzender des Geschichtsvereins, ist nach 14 Jahren aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten. Als Nachfolger wurde Herbert Kleipaß gewählt. Der Verein sucht neue Helfer für seine Aufgaben.

Die Ära Walter Axmacher als Vorsitzender des Geschichtsvereins ging am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung im Rheinmuseum, die von 64 Mitgliedern und zehn Gästen besucht wurde, zu Ende. "Ich sehe mich durch meinen gesundheitlichen Zustand leider gezwungen, vom Amt zurückzutreten. Die Entscheidung ist mir schwer gefallen", erklärte Axmacher, der von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, der zweite nach Hubert Meenen. Axmacher bedankte sich für den engagierten Einsatz vieler Vorstandsmitglieder, die es möglich machten, die Betriebsorganisation in vielen Bereichen der Vereinsarbeit auf moderne und zukunftsweisende Techniken umzustellen, so erfolgt die Mitgliederverwaltung seit einigen Jahren per EDV-Technik.

Herbert Ulrich, stellvertretender Bürgermeister, richtete den Dank des Rates und der Bürger an eine Persönlichkeit, die die Geschichte des Vereins - mit rund 630 Mitgliedern einer der mitgliedstärksten Vereine der Stadt - in den vergangenen 14 Jahren gelenkt und geprägt hat. In Moers geboren, wurde Axmacher in Elten sesshaft. "Sie haben sich vom ersten Tag an für die Belange der Menschen eingesetzt, waren zeitweise in über 20 Vereinen aktiv. Ihnen lag ihre Heimat am Herzen, Sie haben immer wieder wertvolle Beiträge zur Geschichte unserer Stadt geliefert und so für künftige Generationen bewahrt", sagte Ulrich. "Sie und der Emmericher Geschichtsverein - das passte unheimlich gut zusammen."

Als neuer Vorsitzender des Geschichtsvereins wurde einstimmig Herbert Kleipaß gewählt. Wiedergewählt wurden Gerd Stuhr als Kassierer und Theo Kolter als Mitglied im erweiterten Vorstand.

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Axmacher gab einen Rückblick auf die Veranstaltungen im Jahr 2017 wie Vorträge, Ausstellungen, dem "Vlaggetjes-Dag", dem Büchermarkt, Ausflügen, dem Ferienseminar in Stapelfeld und Buchveröffentlichungen. "Grenzpassages-Grenzgänge" entstand grenzüberschreitend im Rahmen des Interreg-Projektes "Vereint Geschichte leben" und wurde auch den Schulen für den Geschichtsunterricht angeboten. "Ek proot Emmereks Platt" wurde zum 50-jährigen Jubiläum der Proot-Platt-Gruppe herausgegeben. Nach zehn Tagen war es ausverkauft und musste nachgedruckt werden. Zum 40-jährigen Bestehen des Geschichtsvereins veröffentlichte Axmacher eine Vereinschronik. Am morgigen Sonntag wird um 11 Uhr im Rheinmuseum das Eduard-Künneke-Buch "Ein Leben für Musik" vorgestellt. Das "Urkundenbuch II" erscheint im Juni.

Herbert Kleipaß gab einen Jahresbericht über das Rheinmuseum. Erfreulich sei, dass die Besucherzahlen anstiegen, von 6689 im Jahr 2016 auf 8454 im letzten Jahr, darunter 48 Gruppen und 25 Schulklassen. Es gab sieben Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen, unter anderem 10 Jahre Rheinpromenade und Martin Luther. Auch für dieses Jahr sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Die Eintrittspreise blieben stabil. Doch beim Personal zeige sich der demografische Wandel, viele sind seit über 20 Jahren dabei und scheiden in den kommenden Jahren aus. Es fehlen Nachfolger, so Kleipaß. "Da müssen wir die Öffnungszeiten anpassen." Man werde montags das Rheinmuseum nicht mehr öffnen. Er appellierte an die Mitglieder: "Die Führung eines Vereins ist nicht das Werk eines Einzelnen. Wir brauchen dringend Helfer für die vielfältigen Aufgaben." Neben Geschichtsforschung brauche man auch Leute für Verwaltungs- oder Archivarbeiten, für die Post, Computertechnik, ehrenamtliche Helfer im Museum, Manuskriptschreiber und vieles mehr. "Mit dem jetzigen Vorstand schaue ich aber voller Zuversicht in die Zukunft."

(moha)