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Isselburg: Der FlicFlac-Macher ist zurück

Isselburg : Der FlicFlac-Macher ist zurück

Das legendäre schwarz-gelbe Zelt wird zu Weihnachten gleich in drei Großstädten stehen. Dann wird es auch wieder die legendären Nummern wie Todesrad oder Motorrad-Kugel geben. Eine Tournee schließt Circus-Chef Benno Kastein im RP-Gespräch aber weiterhin definitiv aus.

Der Aufschrei der Fans war damals riesig. "Macht bitte weiter." "Überlegt Euch das noch mal", "Ihr werdet uns fehlen", bettelten sie im Internet, als FlicFlac-Chef Benno Kastein vor einem Jahr das Aus für den Kult-Circus verkündete.

Reaktionen, die Kastein sehr berührt haben, wie er gerne zugibt. "Es ist natürlich toll zu sehen, wie viel den Menschen FlicFlac bedeutet hat", sagt der künstlerische Kopf des Unternehmens, der nach dem Aus von FlicFlac eine Auszeit nahm, aber jetzt wieder richtig unter Strom steht. Denn FlicFlac ist zurück! Gleich in drei Städten gleichzeitig wird zur Weihnachtszeit das legendäre schwarz-gelbe Zelt stehen. In Kassel, Dortmund und Nürnberg gibt es eine Art Revival von FlicFlac.

Busservice zur Aufführung ?

Für die Show in Dortmund hat Kastein sogar ein komplett neues Zelt samt Inneneinrichtung anschaffen lassen. Eine hohe Investition. "Wir stecken da richtig Geld rein, und das macht auch deutlich, dass es keine Finanzprobleme waren, die mich dazu bewogen haben, FlicFlac zu beenden", stellt Kastein klar. Denn nicht wenige hatten gemutmaßt, dass der Circus auf Dauer nicht die Kosten für die aufwändige und spektakuläre Show einspielen konnte.

"Alles Quatsch, finanziell lief es bestens. Ich habe mir einfach die Freiheit genommen, zu sagen: Es reicht, jetzt ist Schluss", sagt Kastein. Die Vorstellungen in den drei Städten seien auch etwas ganz anderes. "Da wird nur an diesen drei Standorten gespielt. Der Stress der Tournee mit ständigem Auf- und Abbau fällt weg", erläutert der Circus-Chef und macht damit auch eine Sache ganz klar: FlicFlac auf Tournee wird es nicht mehr geben. Jedenfalls nicht mit ihm. "Vielleicht haben ja meine beiden Töchter irgendwann dazu Lust, aber die widmen sich momentan ihrer Karriere in der Manege", sagt Kastein. Die Töchter waren eng bei FlicFlac eingebunden und leben inzwischen in der Schweiz.

Kastein selbst lebt im Wohnmobil, wie er sagt ("Ich bin immer unterwegs."). Sein Herz hängt aber weiter an Bocholt und Isselburg, wo auch noch sein Bruder Lothar wohnt, der für die technische Seite des Circus-Spektakels zuständig ist. "Klar hängt mein Herz an der Region. Da bin ich aufgewachsen und habe noch viele Freunde dort", sagt Kastein. Eine Rückkehr von FlicFlac als Weihnachtszirkus nach Bocholt schließt er definitiv aus. Zu tief sitzt offenbar immer noch der Ärger über die Probleme mit seiner Heimatstadt.

Bekanntlich hatte er dort massive Probleme wegen der Plakatierung bekommen. Daraufhin hatte Kastein entschieden, nie mehr in Bocholt aufzutreten. "Aber Dortmund ist doch gar nicht weit weg. Fans aus Bocholt, Rees oder Isselburg sollten sich ins Auto setzen, es lohnt sich", sagt er. Und wie sieht es mit einem Shuttle-Service von Bocholt aus? "Gar keine schlechte Idee", sagt Kastein spontan, man merkt richtig, wie es in seinem Kopf zu arbeiten beginnt. "Ich werde mal darüber nachdenken. Aber das wäre ein Bonbon für meine Heimat. Gut möglich, dass wir so etwas tatsächlich machen werden."

Infos über die Auftritte unter www.flicflac.de

(RP)