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Das Pfannkuchenhaus in Elten feiert in diesem Jahr 25. Geburtstag

25. Geburtstag : Pfannkuchenhaus feiert Jubiläum

Das eigentlich geplante Fest konnte wegen Corona nicht stattfinden, doch das ändert nichts daran, dass es in Elten Grund zum Feiern gibt. Vor 25 Jahren wurde das Pfannkuchenhaus eröffnet, geleitet wird es von Dave Seegers.

Eigentlich wollte Dave Seegers groß feiern. Denn vor 25 Jahren eröffnete er das Pfannkuchenhaus in Hochelten. „Wir hatten verschiedene Überraschungen geplant, es sollte eine Tombola stattfinden. Für die Kinder hatten wir ein kleines Programm mit Hüpfburg und Ballonclown. Leider machte uns Corona einen Strich durch die Rechnung.“

Als kleinen Ausgleich verloste Seegers dann auf seiner Facebookseite drei Essensgutscheine an die Leute, die ihm erzählen, wann sie zum ersten Mal im Pfannkuchenhaus gegessen haben. „Einige schrieben, dass sie bereits als Kind hier waren und jetzt mit ihren eigenen Kindern kommen“, so der Pfannkuchen-Bäcker.

Dass sein gemütliches Restaurant ein echtes Familien-Restaurant ist, das sieht man auf den ersten Blick. Der Garten ist bunt und freundlich gestaltet, ein hölzernes „Hexenhäuschen“ ist ein echter Hingucker. Drinnen hängen viele Kuscheltiere an den Wänden und vor der Theke stehen Märchenfiguren. Und wer denkt, Pfannkuchen seien langweilig, der muss sich nur die Karte anschauen: Hier findet man alle möglichen Kreationen vom süßen bis zum herzhaften Pfannkuchen.

Das Objekt auf dem Eltenberg stand über ein Jahr lang leer, als Dave Seegers, der die Hotelfachschule in Tilburg besuchte und Praktika in Düsseldorf und im Bungalowpark in Zeeland absolvierte, es übernahm. Zunächst musste er komplett renovieren und neues Mobiliar anschaffen. „Da habe ich alle ‚Sparcenten‘ reingesteckt.“

Der Anfang im Juni 1995 sei nicht einfach gewesen, erzählt der 50-jährige Niederländer, der aus ‘s-Hertogenbosch kommt und von seiner Lebensgefährtin Nadine Seidler unterstützt wird. „Die Deutschen haben uns immer wieder nach Schnitzel, Currywurst und Pommes gefragt. Wir haben lange überlegt, ob wir das auch anbieten. Aber dann haben wir beschlossen, an unserem Konzept festzuhalten.“ Langsam, aber sicher gewöhnten sich dann die Gäste an so „ungewöhnliche Speisen“ wie Pfannkuchen mit Speck und Käse. Mittlerweile gibt es Stammgäste, die dafür extra aus dem Ruhrgebiet angereist kommen.

Nachdem er das Restaurant - das drinnen 55 Plätze und draußen rund 100 bietet - zehn Jahre gepachtet hatte, wurde es 2005 sein Eigentum. Er renovierte Küche und Sanitäranlagen, ein neuer Boden wurde gelegt. Vor drei Jahren erneuerte er den Thekenbereich. Seegers steht auch in der Küche. „Hier kocht der Chef noch selbst. 98 Prozent der Pfannkuchen bereite ich zu.“ Seine Lebensgefährtin und eine Mitarbeiterin in der Küche übernehmen auch schon mal den Platz an der Pfanne.

Dave Seegers verriet einige Tipps, wie ein guter Pfannkuchen gelingt: „Man braucht eine gußeiserne Pfanne und viel Hitze. Dazu braucht man viel Erfahrung, wann der richtige Zeitpunkt zum Wenden des Pfannkuchens ist.“ Zu den Favoriten gehört die herzhafte Variation mit Speck, Käse und Champignons. Er legt viel Wert auf frische und qualitativ hochwertige Zutaten. „Wir verwenden Biokäse, hundertprozentigen Gouda. Schinken kommt vom hiesigen Metzger und die Äpfel kommen ebenfalls aus der Region.“

Mittlerweile wird auch oft nach dem vegetarischen Pfannkuchen gefragt. Im Sommer ist die Variation mit heißen Kirschen, Vanille-Eis und Sahne sehr beliebt, im Winter eher herzhafte Pfannkuchen. Und so mancher Besuch im Pfannkuchenhaus hinterlässt bleibende Erinnerungen. „Ich hatte einen Gast, der war vor sieben oder acht Jahren mal hier. Der fragte, als er vor kurzem kam, gleich nach dem Hochelten-Pfannkuchen“, erzählt Seegers. Dieser wird mit Speck, Champignons, Schinken und Zwiebeln zubereitet, darauf kommt ein Berg aus holländischem Fleischsalat – als Eltenberg. „Nach dem Essen lobte der Gast den Pfannkuchen und sagte: „Man merkt, es ist noch immer derselbe, der den Pfannkuchen backt.“ Die Hälfte der Einnahmen dieses Pfannkuchens spendet Seegers für die „Villa Pardoes“, Ferienappartements der niederländischen Stiftung Naturpark Efteling, die krebskranken Kindern ermöglicht, dort einige unbeschwerte Urlaubstage mit der Familie zu verbringen.

Der absolute Renner bei den Kindern ist der „Kuschel-Pfannkuchen“. Nach dem Genuss des naturbelassenen Pfannkuchens dürfen sich die Kleinen ein Kuscheltier aus der Sammlung an den Wänden aussuchen. Strammer Max, Suppen und Salate stehen ebenfalls auf der Karte, auch Kaffee, Kuchen und niederländische „Poffertjes“ werden serviert, sehr beliebt bei Wanderern und Radfahrern, die hier regelmäßig vorbeikommen.

Auch die beiden Töchter, sieben und 14 Jahre alt, genießen Papas Pfannkuchen. „Am Samstag nach dem Reitunterricht kommen sie ins Restaurant und suchen sich ihren Lieblingspfannkuchen aus“, erzählt Seegers.