Emmerich: Das neue Vokalensemble beeindruckt

Emmerich : Das neue Vokalensemble beeindruckt

Bei der "Barock-Gala" in der St.-Martini-Kirche überzeugte ein neuer Chor unter der Leitung von Kantor Stefan Burs.

Eine festliche Barock-Gala erwartete die Besucher in der Martinikirche. Das Besondere an dem Konzert war der erste große Auftritt des Anfang des Jahres gegründeten Vokalensembles des Chorforums St. Christophorus. Mit von der Partie waren vier Vokalsolisten und ein Projektorchester.

Die Zuhörer in dem gut gefüllten Mittelschiff der alten Stiftskirche waren sehr beeindruckt von der Präzision der Beiträge aus der Zeit des Barock. Kantor Stefan Burs als Leiter hatte sich auf drei Vertreter dieser Epoche konzentriert: Georg Philip Telemann, Antonio Vivaldi und Antonio Caldara. In gut gewählter Reihenfolge erklangen Kantaten, Psalmvertonungen und Instrumentalwerke. Angenehm fiel auch die Wahl des Standortes auf. Durch die Aufstellung im Bereich des Altarraumes bot sich den Besuchern der direkte Kontakt zu den Interpreten. Das zeigte sich besonders bei Beiträgen der Vokalsolisten.

Mit der Kantate "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Telemann stellten sich zunächst Solisten, Chor und Streicher vor. Diese Kantate gehört zu den über 1700 Kirchenkantaten, die Telemann schrieb. Dabei fällt die neue Form des Genres auf. Außer Chorälen und Bibelstellen setzte er gegenüber seinen Vorgängern auch kurze Instrumentalteile und Arien ein. Gut gelangen neben den einwandfreien Einsätzen des Chores das Duett "Singet dem Herrn" (Elke Lingemann, Alt, und Thomas Weiss, Tenor) und die Arie "Ihr Völker, bringet her dem Herrn" (Alt). Es war die erste Präsentation des neuen Chores, die zeigte, dass er über einen gut dosierten Gesamtklang verfügt. Erstaunlich die stattliche Zahl der Männerstimmen bei insgesamt 25 Chormitgliedern.

Einen kurzen Abstecher in den instrumentalen Bereich bildete das Konzert für zwei Trompeten, Streicher und Basso continuo von Vivaldi. Eine hervorragende Leistung der beiden Trompeter, vor allem im ersten und dritten Satz.

Caldaras Kantate "Laudate pueri Dominum", eine Vertonung des Psalms 112, zeigte sich als Zwiegespräch zwischen Solistin (Karin Schulte, Sopran) und Chor, bei dem die Streicher unterstützten. Stefan Burs gelang es auch hier, alle Beteiligten sicher und zügig bei Einsätzen und Abfolge zu führen.

Mit zwei Kompositionen von Telemann endete das knapp 90-minütige Konzert. Da konnte dann auch Gregor Finke (Bass) seine wohl geschulte Stimme voll zur Geltung bringen. In der Kantate "Jauchzet dem Herrn alle Welt" wurde er vom Projektorchester unterstützt.

Bei der abschließenden Kantate "Nun danket alle Gott" durfte auch der junge Mann an den Pauken sein Instrument zusammen mit allen Akteuren erklingen lassen.

(H.W.)