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Das neue Stadtquartier in Rees

Unsere Woche : Gut Ding will Weile haben

Das Großprojekt auf dem ehemaligen Gelände von Niag und Post nimmt jetzt an Fahrt auf. So viel ist klar: Das Stadtgarten-Quartier wird das Gesicht der Reeser Innenstadt nachhaltig verändern.

Am Donnerstag war es im Rat nur noch eine Formalie, die schnell abgehakt war: Einstimmig hat die Reeser Politik die geänderten Pläne für das ehemalige Gelände von Niag und Post abgenickt. Mit dem Ankauf des Investors von einer zusätzlichen Parzelle  wird das Vorhaben, das künftig „Stadtgarten-Quartier“ heißen soll, abgerundet. Es ist jetzt planerisch auf der Zielgeraden. Mit der Vermarktung der Immobilien, in denen einmal Geschäfte, rund 30 Wohnungen und Dienstleistungsbetriebe sowie das Jobcenter der Stadt untergebracht werden sollen, wurde schon begonnen.

Um 10.300 Quadratmeter geht es insgesamt –  bei diesen Dimensionen kann man tatsächlich von einem neuen Quartier sprechen.

Gut Ding will Weile haben, könnte man aber auch zu diesem Großprojekt sagen. Denn schon seit Jahrzehnten wurde über die Nutzung der Brachfläche am Eingang der Innenstadt nachgedacht. Verschiedene Ideen lagen auf dem Tisch, doch erst das Konzept der Investoren Lütkenhaus und Hüls ist auf breite Zustimmung gestoßen.

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Der Grund dafür ist einerseits der angestrebte Mix bei der Nutzung, andererseits aber auch die geplante Gestaltung der Gebäude, die sich am historischen Stil in der Innenstadt orientieren sollen. „Reeser Optik“, nennt das der Bürgermeister, der sich darüber freuen dürfte, dass das Projekt nach einiger Verzögerung – die Altbauten sollten eigentlich schon im letzten Jahr abgerissen werden – jetzt doch deutlich und sichtbar an Fahrt aufnimmt. Nähere Details zur Planung werden am 3. Juni bekannt gegeben, wenn auf einer Bürgerversammlung als Auftakt zur Offenlage der Pläne, über das Projekt informiert wird. Man darf gespannt sein.

Auch wenn es noch etliche Fragen geben dürfte, klar ist schon jetzt: Ist das Stadtgarten-Quartier erst einmal fertig, wird es das Gesicht der Reeser Innenstadt nachhaltig verändert haben. Denn dort, wo bisher nur ein hässliche Lücke klaffte, wird die Stadt eine neue Visitenkarte abgeben. Und zwar auf einer Größe von etwa anderthalb Fußballfeldern.

Die Chance, ein so großes Gelände direkt am Eingang einer Innenstadt in einem Rutsch neu planen zu können, bietet sich nicht vielen Kommunen. Rees und die beiden Investoren haben sie jetzt beim Schopfe ergriffen.