Emmerich: Das Krankenhaus ist kerngesund

Emmerich: Das Krankenhaus ist kerngesund

Auf ihrer "Sommertour" zum Thema "Gesundheit" machte die Kreis Klever Wirtschaftsförderung gestern Halt im Emmericher Willibrordspital. Das Krankenhaus ist nach wie vor eines der wenigen, das schwarze Zahlen schreibt.

Gut 2000 Krankenhäuser gibt es bundesweit, aber keine 30 Prozent dieser Häuser sind in der Lage, Ausgaben und Investitionen selbst zu finanzieren. Ganz anders sieht das beim Emmericher St.-Willibrordspital aus. Das Haus, das zur Holding Pro Homine gehört, ist eines der wenigen, das schwarze Zahlen schreibt.

Kein Wunder also, dass der Kreis Klever Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers gestern beim Stopp der "Sommertour" in Emmerich besonders erfreut zuhörte, als Michael Feldmann das Hospital vorstellte. Schließlich gehört die Krankenhaus-Holding Pro-Homine mit 2700 Mitarbeitern (davon 1100 in Emmerich und Rees) zu einem der größten Arbeitgeber der Region.

Feldmann, stellvertretender Geschäftsführer des Willibrordspitals, konnte gleich mit einer ganzen Reihe positiver Fakten aufwarten: Die Belegungszahl der Betten liegt derzeit bei überdurchschnittlichen 85 Prozent. Die Klinikschwerpunkte wie Geriatrie, Wirbelsäulenzentrum, Handchirurgie oder Endoprothetik haben sich einen guten Ruf erarbeitet, was sich auch kürzlich wieder in den Ergebnissen von Patienten- und Ärztebefragungen durch die AOK und die Barmer niederschlug. Hier landete das Willibrordspital im Rheinland-weiten Vergleich stets im oberen Drittel der Bewertungen.

Auch wenn Krankenhäuser im ländlichen Bereich mit einigen Nachteilen zu kämpfen haben, sieht Feldmann das Willibrordspital gut aufgestellt: "Bereiche wie die Geriatrie werden wir weiter ausbauen."

Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks, selbst Kuratoriumsmitglied der Krankenhausgesellschaft, hört das natürlich das gerne: "Jede Stadt wünscht sich ein gut funktionierendes Krankenhaus. In Emmerich ist das absolut der Fall."

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Das war nicht immer so. Anfang der 2000er Jahre war das Emmericher Krankenhaus wie so viele andere in eine wirtschaftliche Krise geraten. Erst mit der Schließung der Blutbank, dem konsequenten Ausbau der Schwerpunkte des Hauses und dem stärkeren Blick auf Wirtschaftlichkeit, gelang es, das Ruder wieder herum zu reißen.

Vom krisengeschüttelten Haus wandelte sich das Willibrordspital mittlerweile zu einem Vorzeige-Krankenhaus. Die Bedeutung der Einrichtung als Arbeitgeber für die Region ist auch der neuen Leiterin der Agentur für Arbeit, Barbara Ossyra, bewusst: "Die Gesundheitsbranche ist für uns ein Schwerpunktthema, zumal die Ausbildungszahlen in der Alten- und Krankenpflege ganz allgemein angestiegen sind", sagte sie gestern.

Das sieht auch der Kreis Klever Wirtschaftförderer Hans-Josef Kuypers so: "Kreisweit reden wir über insgesamt 14 335 Arbeitsplätze, allein im vorigen Jahr sind noch einmal 454 dazugekommen."

Gut möglich, dass auch in Emmerich noch welche dazu kommen könnten. Denn auch wenn die geplanten Kooperationen mit den Krankenhäusern auf der linken Rheinseite mittlerweile vom Tisch zu sein scheinen, wird dennoch an eine Zusammenarbeit auf anderem Gebiet gedacht: "Wir sind in Gesprächen über einen geriatrischen Versorgungsverbund mit den Kliniken in Kleve und Bedburg-Hau. Angedacht ist ein Dienstleistungsnetzwerk, um die Patienten besser versorgen zu können", so Feldmann.

(RP)
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