Rees: Das fliegende Klassenzimmer

Rees: Das fliegende Klassenzimmer

Seit Montag läuft der Abtransport der Container am Schulzentrum. Fast drei Jahre hat der Pavillon an der Schule gestanden. Weil sich die Sanierung verzögerte, blieb das Provisorium viel länger als gedacht.

Als sich der Klassenraum in die Höhe hebt, beginnt das Wasser zu fließen. Der Wasserfall vom Dach des Pavillon-Teils scheint gar kein Ende zu nehmen, als sich der Kasten am Haken langsam in die Höhe hebt. "Da kannst du genau sehen, was das für ein Murks war", sagt ein Beobachter, während das Wasser weiter plätschert. Es habe keinerlei Abflussmöglichkeiten für das Wasser gegeben. Kein Wunder, dass die Räume oft feucht gewesen seien.

Ganz vorsichtig hebt der Riesenkran die tonnenschwere Fracht auf den Sattelschlepper, der am Schulzentrum parkt. Jetzt ist der Wasserfall verschwunden. Dafür können die Beobachter einen Blick in den Klassenraum werfen, auch die Leitungen in den dünnen Wänden sind deutlich zu sehen. Auch das war immer wieder ein Ärgernis im Pavillon, heißt es. Schüler erzählen ohnehin die abenteuerlichsten Geschichten: von Löchern im Boden, durch die sie in den Klassenraum darunter schauen konnten, von einer Heizung, die oft nicht funktionierte, von Geruch und dunklen Flecken an der Decke. Es gibt offenbar kaum einen, der gute Erinnerungen an den Pavillon hat.

Auch an der Hauptschule sind die Verantwortlichen froh, dass der Abtransport der ungeliebten Container begonnen hat. Drei Jahre haben die Pavillons am Schulzentrum gestanden. Geplant war lediglich ein Jahr. Der Container war so etwas wie der sichtbare Beweis für die monatelange Verzögerung der Sanierung.

Er war sogar zum Wahlkampfthema geworden, als immer wieder Meldungen über Schimmel Eltern, Stadt und Lehrer aufschreckte. Nachher wusste dann oft niemand mehr, was Panikmache und was Tatsache am Pavillon war.

Tatsache war auf jeden Fall, dass die Verleihfirma öfter dazu ermahnt werden musste, die Räume zu überarbeiten. Das Dach war für die lange Zeit gar nicht ausgerüstet. Auch hier arbeitete die Firma nach. Die Stadt selbst schaffte Lufreinigungsgeräte an, um den Geruch zu bekämpfen.

Kein Wunder also, dass auch die Verwaltung auf ein Ende der Pavillonzeit drängte. "So etwas ist und bleibt immer ein Provisorium" hatte Bürgermeister Christoph Gerwers immer betont und sich daher gefreut, als die Schüler Ende Februar die Räume verlassen konnte.

Jetzt verlassen die Einzelteile Rees. Nach und nach. Denn da jedes Teil 18 Meter lang und drei Meter breit ist, können die Komponenten nur einzeln abtransportiert werden.

Ende der Woche soll der Pavillon dann endgültig verschwunden sein. Rechtzeitig zum Beginn der Osterferien.

(RP)