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Emmerich: Das Aus für den Seenverbund

Emmerich : Das Aus für den Seenverbund

Nach dem Ausstieg von Rees und Hamminkeln zeichnen sich Änderungen beim Freizeitverbund ab wie der Abschied von großen Tourismus-Träumen und das Abspecken der teuren Geschäftsführer-Ebene.

Rees ist draußen, Hamminkeln jetzt auch. Ohne die beiden Gesellschafter fehlt NFN – Natur-Freizeitverbund, bekannt auch als Seenverbund – die Basis für großflächige Freizeit- und Tourismus-Entwicklung zwischen Bislich und Rees. Der NFN steht am Scheideweg, über acht Jahre nach der Gründung sind die Ergebnisse mager. Für Wesels SPD-Fraktions-Chef Ludger Hovest läutet bereits das Totenglöcklein. "Nichts ist schlimmer, als einem Phantom nachzujagen, wenn keine Realisierungschancen bestehen", sagte er.

NKSB bedauert Entwicklung

Der alte NFN habe außer schönen Plänen nur nette, kleine Angebote wie einen Kieswanderweg geschaffen. In einem Schreiben an die beiden Geschäftsführer Heiner Langhoff und Norbert Terfurth stellt Hovest Fragen nach dem Stand der Dinge. Darin geht es um Auskiesungen, Naturschutzflächen und Eigentumsverhältnisse im weiträumigen Seenverbund-Gebiet.

Bisher sei viele "fabuliert" worden, was wo im Seenverbund geschehen könnte. Keiner habe gefragt, ob sich wirtschaftlich rechnen kann, wenn private Investitionen anstehen. "Wenn das Geld nicht zurückkommt, wird nichts geschehen", kritisiert er das zu lange ereignislose Debattieren.

Hovests Planspiele bedeuten, dass der Seenverbund nominell nicht aufgegeben, aber in die nächste Generation verschoben wird. Es bliebe eine Rumpf-Gesellschaft mit pragmatischen Zielen – und finanziell sowie personell abgespeckt. Zwei bezahlte Geschäftsführer wären dann nicht mehr nötig, so Hovest.

Bei der Kiesindustrie bedauert man die Entwicklung. "Wir sollten nicht alles aufgeben, sondern uns in Ruhe noch einmal zusammensetzen. Das ist auch verabredet", sagte Johanna Postulart, Pressesprecherin der Holemans Gruppe.

Die ist gleich dreifach im NFN vertreten. Einmal mit der NKSB, dann mit der Firma Suhrborg und schließlich mit der GFA, der Gesellschaft, die die Freizeitanlage am Diersfordter Waldsee verwaltet. Die NKSB hatte auch maßgeblich an der Karte mitgearbeitet, die einen möglichen Seenverbund optisch umgesetzt hat. Klar ist: Daraus wird nichts werden.

Doch Freizeit und Erholung am Kiessee hat Holemans weiter im Blick. So laufen die Vorbereitungen, den Ellerdonksee in Bislich als Badestrand freizugeben. In dieser Saison wird daraus noch nichts werden. Ziel ist, die Anlage im kommenden Jahr zu eröffnen.

(RP)