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Danny Hoffman reinigt in Emmerich Mundschutze kostenlos

Hilfe in der Corona-Krise : Er reinigt Mundschutze kostenlos

Danny Hofmann hat in seinem Betrieb DH Textilpflege in Emmerich festgestellt, dass Schutzmasken nach einer Reinigung wieder genutzt werden können. Das bietet er für den Kreis Kleve an.

Auch in Zeiten der Corona-Krise lässt Danny Hofmann seine Kunden nicht im Stich. Der Geschäftsführer der DH Textilpflege gibt dafür wichtige Information an alle Kunden heraus. Zurzeit existiere eine Mischung aus unwissend und beunruhigend in Bezug auf Corona, sagt er. „Wir als zertifizierter Hygienebetrieb sind in der Verantwortung. Alle zertifizierten Hygienewäschereien haben vom Institut in Hohenstein, das mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) zusammenarbeitet, ein Rundschreiben erhalten, in dem steht, wie man mit Corona kontaminierter Wäsche umzugehen hat. Hygiene und Desinfizierung stehen im Vordergrund. Unsere Waschprozesse werden mit RKI-gelisteten Produkten verstärkt, zuzüglich der vorhandenen gelisteten Waschverfahren. Dieses dient speziell zur Abtötung und Inaktivsetzung von Viren“, so der Reinigungsfachmann.

Beim Reinigen von medizinischer Berufskleidung befindet sich auch immer mal die eine oder andere Mundschutzmaske in der Wäsche. Die Mitarbeiter der DH Textilpflege haben die Erfahrung gemacht, dass Einweg- und Kappenmasken, die in Waschmaschine und Trockner landen, diese Behandlung ohne Probleme überstehen. Daraufhin hat Hofmann beim Institut in Hohenstein nachgefragt, ob man diese Masken mitreinigen könne.

Blick auf die Firma an der Reeser Straße in Emmerich. Als Blickfang hat das Unternehmen die Schaufenster außergewöhnlich gestaltet. Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Antwort: Dafür gibt es keine Testergebnisse. „Das Ergebnis sieht aber akzeptabel aus. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass man besser eine nach RAL 992-2 im Bereich A B/VAH gewaschene und desinfizierte Maske tragen sollte, als eine ungewaschene Maske mehrmals zu benutzen, weil es keinen Nachschub gibt“, erklärt Danny Hofmann. Es könne nicht sein, dass die Helfer im Gesundheitswesen teuer im Internet für neue Masken bezahlen müssen.

„Deshalb biete ich an, die Mundschutzmasken kostenlos zu waschen für alle Praxen und Institute im Einzugsgebiet des Kreises Kleve - Emmerich, Kleve, Pfalzdorf, Kranenburg. Ich finde es schlimm, dass es Menschen gibt, die sich in einer solchen Krise daran bereichern wollen - wie beim Verkauf von Schutzmasken zu utopischen Preisen, weil ein Lieferengpass besteht“, sagt Danny Hofmann. „Nach dem Waschverfahren können wir garantieren, dass die Viren inaktiv gesetzt worden sind.“

Den Beruf des Textilpflegers lernte der 37-jährige Emmericher von der Pike auf. Seine Großeltern Heinrich und Ilse Hofmann gründeten 1957 einen Wäschereibetrieb in der Kaßstraße, der später zum „Kleiner Wall“ umzog und von seinen Eltern übernommen wurde. Hier lernte er alles, was man für diesen Beruf wissen muss. Im Mai 2014 eröffnete er dann eine eigene Wäscherei und Reinigung am Mühlenweg.

Zum 60. Geburtstag des Unternehmens - am 1. Juli 2017 - zog es um zur Reeser Straße, wo Hofmann die Geschäftsfläche erweitern konnte.

Danny Hofmann gehört somit der dritten Generation in der Familie an, die in diesem Gewerbe tätig ist. Mittlerweile verfügt er über eine langjährige Erfahrung und sorgt dafür, dass sein Betrieb auch technisch immer auf dem neuesten Stand der Technik ist. Sollte es im Kreis Kleve zu einem enormen Ausbruch kommen, kann er entsprechend reagieren. „Wir haben die Möglichkeit dazu durch unsere Betriebsstärke. Da wir über zwei voll ausgestattete Produktionsstätten verfügen - an der Reeser Straße und am Kleiner Wall - können wir die Wäsche komplett splitten. So wird in dem einem Betrieb Corona befallene Wäsche bearbeitet, in dem anderen alle weiteren Textilien“, sagt Hofmann.

Um alle in der Quarantäne befindlichen Menschen zu unterstützen, ist folgender Ablauf geplant: Nach einem Anruf wird die Wäsche vor der Haustüre abgeholt. Die Wäsche soll in Stofftextilien wie Wäschesack oder Kissenbezug gepackt werden - diese werden mitgewaschen, das schont die Umwelt. Ein Zettel mit Namen, Anschrift und Telefonnummer, sowie die Auflistung der einzelnen Wäschestücke soll ebenfalls in den Beutel gegeben werden. Die Wäsche wird nach der Reinigung und der Terminabsprache wieder vor der Haustüre ausgeliefert. Diese Maßnahmen dienen zum Schutz des Teams. Die Mitarbeiter kommen nicht mit den Kunden in Berührung, somit kann nicht bar bezahlt werden. Die Anfahrtspauschale beträgt drei bis fünf Euro. Die Bezahlung erfolgt per Überweisung innerhalb von sieben Tagen. Sein Arbeitsumfang sei innerhalb weniger Tage von 100 auf drei Prozent reduziert, erzählt der Emmericher. Kunden aus dem Kreuzfahrtbereich, der Gastronomie und die Berufsbekleidung fallen aus, sowohl in Holland als auch in Deutschland. Zurzeit reinige er nur noch für Lebensmittelbetriebe und Betriebe im Gesundheitswesen. Da sei er auf die Idee gekommen, die Reinigung der Mundschutzmasken kostenlos anzubieten. „Da ich eh zurzeit nicht so viel zu tun habe, weil etliche Kunden ihre Betriebe schließen mussten, möchte ich lieber etwas Produktives tun. Denn nichts zu tun, das geht für mich gar nicht“, so Hofmann.