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Corona und Niag: So sicher ist Busfahren

Kreis Kleve : So ist Busfahren sicher in Corona-Zeiten

Die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe klären auf. In Bussen sieht der Gesetzgeber keine Abstandsregel vor. Und wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht.

Kinder tragen Masken in der Schule, müssen Abstand im Klassenzimmer halten, sollten möglichst wenige Kontakte zu ihren Freunden haben. Corona verlangt viel von den Menschen.

Doch ein Blick in manchen (Schul)Bus sorgt für Ärger. Wie kann es sein, dass strenge Hygienevorschriften gelten und gleichzeitig im Bus Ansteckungsgefahr herrscht?

Sogar der Bürgerbusverein in Emmerich hat seinen Dienst eingestellt, weil die meisten Fahrer aufgrund ihres Alters zur Vorona-Risikogruppe gezählt werden.

Doch wie groß ist die Gefahr einer Ansteckung im Bus? Die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (Niag), die bei uns für die Busverbindungen sorgen,. haben nun erklärt, dass der Bus keine Gefahr darstellt. 

Warum sind Busse manchmal so voll? Gilt der komplette Fahrplan auch jetzt in der Corona-Zeit?

Es gibt Zeiten, in denen Busse auf einzelnen Linien relativ voll sind, vor allem vor Schulbeginn und nach Schulschluss, schreibt die Niag. „Allerdings sind die Busse dann deswegen nicht überfüllt. Hier gibt es klare Vorgaben vom Hersteller und auch vom Gesetzgeber.“

Seit dem ersten Unterrichtstag des neuen Schuljahres am 12. August gilt im gesamten Buslinien-Netz der reguläre, vollständige Normal- bzw. Schultagsfahrplan. Und seit dem Schulbeginn fährt die Niag auch wieder sogenannte Verstärkerfahrten, um zum Beispiel ein größeres Fahrgastaufkommen vor Schulbeginn und nach Schulschluss abzufedern. Hier kommen die als „E-Wagen“ gekennzeichnete Busse zum Einsatz. 

In dem Schreiben der Niag heißt es: „Vor der Corona-Krise haben wir im gesamten Verkehrsgebiet werktäglich allein rund 30.000 Schülerinnen und Schüler an ca. 100 Schulstandorte befördert, in aller Regel integriert in den Linienverkehr. Der Fahrplan ist hierauf abgestimmt und entspricht den Vorgaben der Aufgabenträger, also der Kreise Wesel und Kleve, im Nahverkehrsplan.“  

Wie steht es um die Corona-Abstandsregel und die Maskenpflicht im Bus?

Rechtlich sieht es so aus: In Bussen sieht der Gesetzgeber keine Abstandsregel vor. Und wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht. Das ist bisher auch im Linienbus so.

Die Niag setzt auf verschiedene vorbeugende Maßnahmen und informiert die Fahrgäste auf mehreren Kanälen darüber, dass sie einen Mund-Nasenschutz tragen müssen. Auf den Monitoren und auch mit Durchsagen in den Bussen weisen die Fahrer auf diese Pflicht nachdrücklich hin. Die Busfahrerinnen und Busfahrer weisen Fahrgäste auf die Mundschutzpflicht hin, sofern diese sich nicht korrekt verhalten. Die Niag fordert ihre Fahrgäste nachdrücklich dazu auf, in den Bussen und an den Haltestellen die Corona-bedingten Verhaltensvorgaben der Behörden in dieser Ausnahmesituation unbedingt einzuhalten. 

Zusammen mit den Ordnungsämtern und der Polizei  überprüft der Busanbieten die Maskenpflicht seit einigen Monaten bei Schwerpunktkontrollen. Außerdem prüfen Kontrolleure das Einhalten der Maskenpflicht. Und auch die Fahrerinnen und Fahrer achten natürlich besonders hierauf. Bei Bedarf ziehen sie die Ordnungsbehörden hinzu. 

Die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe warnen: „Wenn das Abstandsgebot auch für den ÖPNV Gültigkeit bekäme, fielen rund 80 Prozent der Plätze in Linienbussen weg. Dabei entfielen dann die Stehplätze komplett und die Sitzplätze würden um rund 60 Prozent reduziert.“

Was könnte noch getan werden, um vor Schulbeginn und nach Schulende weniger Fahrgäste je Bus befördern zu müssen?

„Es geht ja grundsätzlich darum, dass vor allem während des sogenannten Lockdowns vermeidbare Kontakte soweit wie möglich unterlassen werden, um die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen“, so die Niag. „Das bedeutet folgerichtig, dass auch im ÖPNV in dieser Zeit - unabhängig vom grundsätzlich sehr niedrigen Risiko einer Ansteckung - Kontakte zum Beispiel durch nicht notwendige Freizeitfahrten vermieden werden sollten: Das, was für Gastronomie, Museen oder private Treffen gilt, gilt ebenso für den ÖPNV.“

Daneben hält die Niag einen Ansatz für bedenkenswert, mit dem weniger Fahrgäste zeitlich zu den Spitzenzeiten im Bus sein könnten: Der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Ingo Wortmann, sieht bei einem gestaffelten Unterrichtsbeginn positive Effekte: Das Platzangebot in den Fahrzeugen würde „um mindestens 20 Prozent steigen“, betonte er kürzlich gegenüber mehreren Medien.

Eine solche Maßnahme läge selbstverständlich vor allem im Ermessen der Schulträger. Als beauftragtes Busunternehmen würden wir entsprechende neue Vorgaben so schnell wie möglich umsetzen.  

Darüber hinaus unterstützt die Landesregierung die Schulträger bis zum Jahresende bei der Organisation und Bezahlung zusätzlicher Busse für die Schülerbeförderung. In einzelnen Städten in unserer Region sind bereits aus diesem Programm finanzierte Busse unterwegs. Auch die Niag wurde schon von einzelnen Schulträgern mit weiteren Fahrten beauftragt. 

Was tut die NIAG für die Hygiene in ihren Bussen?

Die Niag-Busse werden nach einem auf die Lage angepassten Hygienekonzept noch häufiger als früher gereinigt und regelmäßig gelüftet. Sie sind außerdem beim Fahrpersonal mit einer für die Corona-Situation eigens konstruierten Sicherheitsscheibe mit Durchreiche ausgestattet. Diese erlaubt seit einigen Monaten bereits wieder den Einstieg vorne und auch Fahrkartenkauf und Fahrkartenkontrolle bei den Busfahrerinnen und Busfahrern. So entsteht eine Art Schutz-Kabine, mit der die Niag ihre Fahrgäste und die  Fahrer schützt.