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Corona und Elten: Alle Mitarbeiter im Martinusstift geimpft

Elten : Corona im Martinus-Stift: Alle Mitarbeiter jetzt geimpft

Beim zweiten Anlauf hat es endlich geklappt. Freitag bekamen auch diejenigen, die vor drei Wochen keine Impfung erhalten hatten, das lang ersehnte Vakzin.

Der Einsatz hat sich gelohnt: Alle Mitarbeiter des St.-Martinus-Stifts in Elten wurden am Freitag geimpft. Auch diejenigen, die vor drei Wochen vom ärztlichen Leiter des Kreis Klever Impfzentrums ausgeschlossen wurden (wir berichteten).

Hans-Wilhelm Paeßens, Geschäftsführer des St.-Martinus-Stift, sagt dazu: „Das ist ein positives Signal vom Kreis Kleve. Ich freue mich für alle Kollegen, denn nur wenn möglichst alle im Altenheim lebenden und tätigen Personen geimpft sind, kann die vulnerable Personengruppe geschützt werden.“

Das – angereichert mit weiteren Daten und Fakten – hat Heimleiter Hans-Wilhelm Paeßens auch in zwei ausführlichen Schreiben an Landrätin Silke Gorißen (CDU) am 8. und 20. Februar zum Ausdruck gebracht. Daran erinnert am Freitag der Caritasverband in einer Pressemitteilung.

Zudem hatte sich das Altenheim an den Spitzenverband der Caritas in Münster, Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze und den Eltener Ortsvorsteher Albert Jansen gewandt und um Unterstützung gebeten.

Umso mehr freute man sich im Martinus-Stift über den Anruf des Impfzentrums am Nachmittag des 22. Februars beim Pflegedienstleiter Henry Slagmeulen. „Uns wurde mitgeteilt, dass beim Zweitimpftermin alle bei der Erstimpfung unberücksichtigt gebliebenen Mitarbeiter nachgeimpft werden“, sagt Slagmeulen.

Eine, die Anfang Februar nicht geimpft wurde, war Gaby Roehrs, Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft. Sie sagt: „Ich bin froh, dass wir jetzt doch noch eine Impfung erhalten. Ich war traurig und wütend zugleich, vor drei Wochen nicht mitgeimpft zu werden, wo wir doch alle täglich im direkten Kontakt zu den Bewohnern stehen“.

Auch ihre Kollegin Anke Kersjes ist erleichtert: „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, noch einen Impftermin über das Altenheim zu erhalten. Bedanken möchte ich mich bei allen, die sich in den letzten Wochen für uns und unsere Belange eingesetzt haben.“

Trotz aller Freude über die 28 nachgeimpften Mitarbeiter bleibt die Wehmut über die 30 nicht geimpften Bewohner im St.-Martinus-Stift. Es handelt sich dabei um Bewohner, die schon einmal Corona-positiv waren.

Zur Erinnerung: Von Mitte Dezember bis Ende Januar erlitt das Caritas-Altenheim in Emmerich-Elten einen heftigen Corona-Ausbruch. Acht Bewohner sind in dieser Zeit mit oder an Corona gestorben. Die Genesenen sollen nun erst sechs Monate nach der Infektion geimpft werden.

Aber auch hier wird das Heim am Ball bleiben, die weiteren Entwicklungen in der Impfstrategie beobachten und Änderungen in den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) genau verfolgen.

„Ziel ist es weiterhin, alle impfwilligen Bewohner im Haus schnellstmöglich mit dem entsprechenden Impfstoff versorgt zu bekommen“, sagt Hans-Wilhelm Paeßens.

Aus diesem Grunde macht er weiterhin auf die strengen Hygiene-Vorschriften aufmerksam, die im St.-Martinus-Stift herrschen. Besucher bekommen nur nach einem negativen Schnelltest Zutritt. Mitarbeitende werden mittlerweile jeden zweiten Tag getestet.

Bei Symptomen, die auf eine COVID19-Erkrankung schließen lassen, wird bei Bewohnern und Mitarbeitern sofort ein Antigen-Schnelltest durchgeführt. Dazu wurden Freitag weitere 20 Mitarbeiter zusätzlich von der in Elten niedergelassenen Ärztin Dr. med. Kathleen Döring in die Anwendung der Schnelltests geschult.

„Ohne ausreichende Personalkapazitäten lässt sich der enorme Testumfang nicht mehr schultern“, ergänzt Pflegedienstleiter Henry Slagmeulen.