1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Corona sorgt auch in Emmerichund Rees für mehr Solidarität

Hilfsbereitschaft in Zeiten der Pandemie : Corona sorgt für mehr Solidarität

Immer mehr Freiwilligendienste bieten sich an, um Menschen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Wie zum Beispiel die „Corona Hilfe Emmerich“ oder ein vergleichbares Projekt aus Rees.

Einkaufen, Kinder betreuen, Gassi gehen, Botendienste erledigen: Während der Alltag in Deutschland durch die Corona-Pandemie zunehmend eingeschränkt wird, wächst landesweit die Solidarität unter den Menschen.

Die Corona-Krise stellt jeden Einzelnen vor große Herausforderungen. Besonders ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen sowie Mütter und Väter, die parallel arbeiten und ihre Kinder betreuen müssen, sind jetzt auf Hilfe angewiesen. Vieles wird durch Familiensysteme und Nachbarschaftshilfe aufgefangen, aber was ist, wenn diese Menschen selbst erkrankt sind, unter Quarantäne stehen oder zur Risikogruppe gehören und Kontakte zu anderen Menschen meiden sollen?

Immer mehr Freiwilligendienste bieten sich an, um Senioren, Kranke oder in Quarantäne befindliche Menschen zu unterstützen. In Emmerich hat sich über Facebook die Gruppe „Corona Hilfe Emmerich“ gegründet. Bürgermeisterkandidat Matthias Reintjes, Marie Reeke und Sven Westhoff waren die Initiatoren. „Aber bereits nach wenigen Minuten kamen die ersten dazu“, erzählt Reintjes. So konnte ein Team von Verantwortlichen zusammengestellt werden, das sich um Anfragen und Angebote und deren Koordination kümmert. Manfred Mölder von der SPD, der aufgrund seines Berufes viele Leute kennt, hilft von zuhause aus. Auch Jürgen Säger, der in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv war und dort viele Erfahrungen sammeln konnte, kümmert sich gemeinsam mit Andrea Schlotbohm um die direkte Vermittlung. Christopher Papendorf von der BGE gehört ebenfalls dem Koordinationsteam an.

Der Corona Hilfe-Gruppe gehörten bis Ende der Woche bereits rund 850 Personen an, Tendenz steigend. Viele, die ihre Mitarbeit anbieten, sind dabei, einige, die eventuell Hilfe brauchen, haben sich im Vorfeld schon gemeldet, andere sind interessiert an den aktuellen Informationen, die auf der Facebook-Plattform veröffentlicht werden. Emmerich rückt zusammen, um die Krise zu bewältigen. Wer kein Facebook-Nutzer ist, kann die Gruppe unter coronahilfe@emmerichamrhein.eu kontaktieren. „Natürlich wäre es am schönsten, wenn wir die Gruppe nach einigen Wochen wieder auflösen könnten, aber danach sieht es ja leider nicht aus“, sagt Reintjes.

Er hat den direkten Draht zur Stadtverwaltung, die ihn kontaktiert, wenn Anfragen über die frei geschaltete Hotline der Stadt kommen. „Wenn wir Anliegen von Hilfesuchenden nicht erledigen können, verweisen wir sie an die entsprechenden Behörden. Jedem, der sich meldet, wird irgendwie geholfen. Wir lassen ihn nicht allein mit seinem Anliegen“, so Reintjes.

Bisher gab es noch nicht viele konkrete Hilfegesuche. „Zurzeit ist die Situation noch recht entspannt, es scheint noch so zu funktionieren.“ Sollte die Situation sich ändern, ist man vorbereitet, weil sehr viele Leute in verschiedenen Bereichen helfen wollen. Um System in die Sache zu bringen, bittet das Koordinationsteam die Bürger, vollständige Daten anzugeben, damit man im Bedarfsfall nicht nachfragen muss. Für Hilfesuchende sind folgende Angaben wichtig: Welche Hilfe benötigt Ihr konkret, beispielsweise Einkauf, Begleitung, Hund ausführen? Gebt bitte Namen, Telefonnummer und Anschrift an, mit Angabe des Ortsteils - für kurze Wege, damit zum Beispiel Eltener nicht nach Praest geschickt werden.

Wer helfen möchte, beschreibt bitte, was er leisten kann, wie oft er Zeit hat, ebenfalls Name, Telefonnummer und Adresse mit Angabe des Einzugsgebietes. Wichtig für den Datenschutz ist auch eine kurze Bestätigung aller Personen, dass die Daten für den Zweck der Corona Hilfe Emmerich gespeichert und verwendet werden dürfen.

„Wenn wir Hilfegesuche haben, die wir nicht direkt an Helfer weiterleiten können, dann werden wir dies in die Gruppe posten“, schreibt das Corona Hilfe-Team. „Ansonsten nutzt die Gruppe einfach weiterhin zum Austausch über die aktuellen Entwicklungen. Bleibt gesund!“