1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

Citymanagerin soll Leerstand in der Innenstadt von Emmerich bekämpfen

Kommentar : Ärmel hochkrempeln!

Dass von der neuen Rheinpromenade aus Impulse für den Handel augehen können, war den Emmerichern vor mehr als zehn Jahren klar. Warum hat es nicht geklappt? Vielleicht weil viele zu träge sind, der Mumm fehlt. Ein neuer Anlauf muss her. Er ist seit Donnerstag gemacht.

Die Sorgen um die Emmericher  City sind berechtigt und es gibt sie schon seit Jahren.  Die Steinstraße mit ihren vielen Leerständen ist erschreckend. Dabei hat Emmerich  Potenzial. Wer das nicht glaubt, dem sei gesagt: Diese Stadt hat zwei Gesichter. Die Emmericher Promenade ist ein Voltreffer, ein Magnet. Menschen aus der gesamten Region kommen, um am Rhein zu sitzen. Und sie geben Geld aus in Emmerich.

Dahinter folgt die Innenstadt. Hierhin zieht es niemanden aus der Region. Warum: Vielleicht weil der Handel, so mein Eindruck, nur die  Interessen der Kundschaft in Emmerich selbst bedient. Und das greift möglicherweise zu kurz.

Ärmel hochkrempeln, jetzt gibt’s Vitamine für die Innenstadt. Foto: schwarze blanke

Ohne dass ich es empirisch belegen könnte: Der Handel ist ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung dieser Stadt. Und ihrer Kaufkraft, die zu schwinden scheint.  Die Folge: Eine Innenstadt, in der oben an Leiharbeiter vermietet und unten das Ladenlokal leer stehen gelassen wird. Schaufenster mit dem Charme einer Geisterstadt, verdreckte Fassaden…

All das belastet die Stadt und belastet die Händler, die ihr Geschäft verstehen und Wert legen auf Niveau und eine hervorragende Dienstleistung.

Die Probleme sind seit Jahren die gleichen. Auch die komplizierten Besitzverhältnisse bei den Innenstadtimmobilien machen eine Neuordnung schwierig. Es bleibt dennoch nur eine Lösung am „Runden Tisch“: Stadt, Handel, Eigentümer, Gastronomie, Wirtschaftsförderung, auch Polizei und Ordnungsdienst, können die City nur gemeinsam retten. Die unterschiedlichen Ziele aller Beteiligten  – gute Geschäfte, hoher Wert der Immobilien, attraktive Innenstadt – sind dauerhaft nur in einem abgestimmten Konzept zu erreichen. Wenn sich die Emmericher  dann noch an die eigene Nase fassen würden und öfter „analog“ statt online einkaufen, dann stünden die Chancen für die City gar nicht so schlecht.

Das Citymanagement ist eine Chance. Das haben am Donnerstagabend auch alle diejenigen verstanden, die zur Vorstellungsrunde gekommen sind. Wenngleich der Auftakt begeisternder hätte sein können. Da ist noch Luft nach oben.

Aber ich bin sicher, dass das gelingen wird. Denn entscheiden wird die persönliche Ansprache sein. Eine Auftaktveranstaltung ist eben nur der Auftakt. Die richtige Arbeit beginnt danach.

Schon vor einigen Wochen  hat die Emmericher Werbegemeinschaft einen Neuanfang geschafft. Wirtschaftsförderin Sara Kreipe hat den Vorsitz übernommen. Das Team der Wirtschaftsförderung steht Gewehr bei Fuß. Eine Riege junger Geschäftsfrauen ist im Vorstand vertreten und will sich engagieren. Die Politik hat endlich begriffen, dass es mit Appellen nicht getan ist.

Über die  Emmericher Entwicklungsgesellschaft unter dem Dach der städtischen Stadtwerke-Holding sind Millionen abrufbar, um strategisch mit Käufen und Investitionen eingreifen zu können.

Das alles sind sehr gute Ansätze. Deshalb ist es wichtig, darüber zu reden, wer am Donnerstag NICHT anwesend war. Um diese Menschen geht es. Denn ohne sie funktioniert das Ganze nicht.  Der Kontakt zu den Desinteressierten und ihren Problem-Immobilien oder herunter gekommenen Länden muss hergestellt werden.

Selbst wenn nur einige mitziehen, kann schon viel erreicht werden.