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Citymanagement startet in Emmerich

Citymanagement startet in Emmerich : „Der Nonnenplatz ist eine Katastrophe“

Das Citymanagement startete am Dienstag nach einer langen Corona-Zwangspause mit einem Gang durch die Innenstadt. Die Teilnehmer lieferten Ideen, wie sich die Lage in der Innenstadt bessern könnte.

Im Februar startete das Citymanagement. Dann kam Corona. Jetzt gab es den Neustart mit einem Stadtspaziergang. Der fand am Dienstag statt, rund 15 Bürger beteiligten sich. Lena Börsting und Jan Eichenauer vom Unternehmen „Stadt + Handel“ übernahmen die Führung durch die Stadt zu verschiedenen Standorten. „Es hilft uns viel bei der Arbeit, wenn wir von Ihnen ein Feedback bekommen. Denn Sie kennen sich hier aus“, sagte Eichenauer.

Neumarkt: Hier stellte sich die Frage nach den Parkplätzen. „Ich komme mit dem Rad, weil es kaum Parkplätze gibt“, meinte eine Bürgerin. Aber auch das Radfahren sei kein Vergnügen: schlechte Radwege, Autos brettern durch die Straßen. Jan Eichenauer stellte die Frage nach der Orientierung: „Wie komme ich als Fremder zur Gastronomie, zum Einzelhandel, zum Rhein?“ Die Ausschilderung müsse unbedingt verbessert werden, so die Resonanz.

Nonnenplatz: „Der Nonnenplatz ist eine Katastrophe. Raus mit dem Beton und Bäume pflanzen“, so ein Vorschlag. Da der Nonnenplatz die Verbindung zwischen Gesamtschule, dem Schulstandort Grollscher Weg und dem Jugendcafé darstellt, sollte man hier einen Platz für die Jugend schaffen. Eine andere Anregung ging darum, schattige Platze für die Besucher des Krankenhauses zu errichten. Weitere Vorschläge: ein Kiosk, Leseecke mit Telefonzelle voller Bücher oder eine Ecke, in der die Kinder mit Malkreide malen dürfen. „Besuchen Sie regelmäßig das PAN?“ fragte Lena Börsting, die in Emmerich das Citymanagement übernommen hat und in einem Büro an der Steinstraße sitzt. Es sei eine schöne Einrichtung, ein gutes Angebot auch für Feiern, was aber leider sehr wenig genutzt wird, so einige Besucher.

Jens Nussbaum vom Büro „Stadt+Handel“ stellte im Februar im PAN die Grundzüge des Citymanagements vor . Foto: Markus van Offern (mvo)

Geistmarkt: Hier wurde von den Bürgern das Angebot des Wochenmarktes gelobt: gute Qualität, vielfältig, ein kommunikativer Ort. Unter anderem kam hier das Thema „online oder offline“ auf. „Man sollte die neuen Techniken nicht verteufeln, sondern nutzen“, meinte eine ältere Dame. „Ich informiere mich über Öffnungszeiten, die sind hier nicht einheitlich.“ Andere suchten online Dienstleister, Geschäfte und Gastronomien. „Wäre der stationäre Handel nicht online gewesen, dann hätte viele die Coronazeit noch schlimmer getroffen“, sagte Verena van Niersen von der Wirtschaftsförderung.

Steinstraße: Hier zeigen nur das Käsegeschäft und der Bestatter schöne Schaufenster, so die einhellige Meinung. Positive Läden mit guter Atmosphäre seien ebenfalls das Tafelhaus, das Brillengeschäft und Alexander Moden. Helmut Flintrop lud ein zu einem kleinen Zwischenstopp in einem Innenhof, um zu zeigen, dass hier Gebäude von hoher Qualität, aber leider oft in schlechtem Zustand, vorhanden sind. 

Alter Markt: Am „Verbindungsplatz zwischen Kaß-, Steinstraße und Promenade wurde über „Barrierefreiheit“ diskutiert. Viele Stufen vor Häusern, Toiletten in Restaurants oft im Keller, Wege, die für Rollator und Rollstuhl schlecht geeignet sind – nicht optimal, so die Meinung.

Rheinpromenade: Jan Eichenauer fragte, ob das touristische und gastronomische Angebot hier ausreichend sei. „Ein Fischrestaurant wäre schön“, kam der Vorschlag.

Kaßstraße: Viele Gespräche mit Eigentümern und Händlern sollen zum Thema Leerstand und Nutzungsqualität geführt werden, wenn ein Konzept erstellt wurde.

Lena Börsting sprach an, dass man sich bei Perspektiven für die Innenstadt nicht nur auf den Einzelhandel fokussieren solle, sondern auch attraktive Aufenthaltsplätze und Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien mit einbeziehen müsse.