CDU Emmerich fordert "Familien-Navigator"

Politik : CDU fordert „Familien-Navigator“

Ein Internetportal, in dem Angebote und Hilfen für Familien abgerufen werden können – so lautet das Ziel des Antrags der Emmericher Christdemokrate. Vorbild soll das NRW-System „Frühe Hilfen/Guter Start“ sein.

Wo gibt es Schwimmunterricht für Kleinkinder? Wer hilft mir, wenn mein Baby schreit? Wie komme ich an Elterngeld? Wo ist in meiner Nähe eine Krabbelgruppe? Wer verkauft gebrauchte Babysachen? Diese und viele weitere Fragen interessieren Eltern. „Doch die Suche im Internet ist oft sehr unübersichtlich“, sagt Irmgard Kulka, Ratsfrau der CDU. Sie hörte von dem Online-System „Frühe Hilfen/Guter Start“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses wurde in Kooperation mit fünf Pilotkommunen, unter anderem Düsseldorf, Essen, Gummersbach und Steinfurt, entwickelt. Unter Schwerpunkten wie „Schwangerschaft & Geburt“, „Gesundheit“, „Leben mit dem Kind“, „Geld, Finanzen“, „Freizeit“, „Betreuung“ kann man das vorhandene Angebot der Stadt aufrufen. Das Spektrum reicht von Unterstützungs- und Hilfsangeboten bis hin zu Themen der Betreuung, der finanziellen Unterstützung, sowie Fragen in schwierigen Lebenssituationen.

„Die CDU stellt den Antrag, dass der Rat der Stadt Emmerich am Rhein die Verwaltung mit der Einrichtung eines solchen Internetportals beauftragen soll, in dem alle Angebote und Hilfen für Familien abgerufen werden können“, erklärte Matthias Reintjes, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Der Antrag soll in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im September gestellt werden. So ein Familienwegweiser beziehungsweise Familien-Navigator könne die vorhandenen Angebote bündeln und somit die Suche erheblich erleichtern.

Diese Plattform sei ein offenes, ständig wachsendes System mit sämtlichen Angeboten, die für Familien interessant sind, so Irmgard Kulka. „Dabei muss man nicht bei Null anfangen, denn wir haben bereits eine gute Vernetzung der Akteure, die frühe Hilfen anbieten, mit dem ‚runden Tisch‘. Vieles braucht einfach nur verlinkt zu werden.“ Es gebe bereits verschiedene Broschüren zu verschiedenen Themen, die leider oftmals irgendwo herumliegen, ergänzte Gerhard Gertsen. Es sei einfacher, alle Informationen gebündelt online anzubieten. „So hat man eine gute Übersicht.“

Sandra Bongers sagte, dass Google zu einem Stichwort zwar alle möglichen Informationen zeige, man aber selber prüfen müsse, welche Angebote seriös seien. „Beim Familiennavigator werden die Angebote vor dem Einpflegen geprüft.“

Die Nutzung des Online-Programms „Frühe Hilfen/Guter Start“ ist kostenlos. Zunächst müsste die Verwaltung das Portal einrichten, die Pflege übernehmen, sowie eine Anschubwerbung erstellen. Das könnte ein Flyer sein, der unter anderem an Kindergärten, Ärzte, Hebammen, sozialen Einrichtungen, Vereine und andere Organisationen verteilt wird. Die Akteure stellen Kurse und Beratungsangebote ein und verwalten sie. Und die Nutzer suchen anhand unterschiedlicher Kriterien wie Altersgruppe, Themengebiet oder einem Stichwort passgenau nach dem, was sie interessiert.

Wie hoch der Kostenaufwand ist und wie groß der Arbeitsumfang für die Einrichtung und Pflege des Familiennavigators ist, das muss die Verwaltung prüfen. Der Antrag wird zunächst im Jugendhilfeausschuss beraten werden. „Der Rat ist aber bei Vorschlägen, die aus dem Jugendhilfeausschuss kommen, immer sehr offen“, erklärte Gerhard Gertsen.

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