Isselburg: "Carbanje wird ein guter Bürgermeister"

Isselburg : "Carbanje wird ein guter Bürgermeister"

Die Isselburger SPD ist mit dem Wahlergebnis des von ihr unterstützten Kandidaten "hochzufrieden". Die CDU räumt ein, mit einer Niederlage gerechnet zu haben, und will jetzt dem neuen Verwaltungschef eine Chance geben.

Für Michael Carbanje ging der Tag im Isselburger Rathaus gestern etwas später als sonst üblich los. Schon kurz nach seinem überraschend deutlichen Wahlsieg hatte er angekündigt, seinen Noch-Chef Rudi Geukes zu bitten, am Montagmorgen zwei Überstunden abfeiern zu dürfen.

Grund zum Feiern hatte Carbanje allemal: Der Isselburger hatte am Sonntag einen Wahlsieg errungen, wie er klarer kaum ausfallen konnte: 67,8 Prozent - das mit Abstand beste Ergebnis, das ein Bürgermeisterkandidat seit Jahrzehnten in Isselburg erzielte. Ein Triumph, der sich durch alle Ortsteile zog. Selbst in Anholt, Heimat des Gegenkandidaten Olaf Roßmüller, hatte der Verwaltungsfachangestellte die Nase vorn (siehe Infobox).

Sein neues Amt wird Michael Carbanje am 14. März antreten. Bis dahin ist er noch Bauamtsleiter. Wer diesen Posten übernehmen könnte, ist noch offen. "Ich werde dem Bürgermeister einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Entscheiden werde aber nicht ich über diese Personalie, sondern Rudi Geukes", stellte Carbanje klar.

Der 45-Jährige war als parteiloser Kandidat ins Rennen gegangen und bei seiner Kandidatur von der SPD unterstützt worden, die keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hatte. Die Freude der Sozialdemokraten über den Wahlsieg Carbanjes war groß. SPD-Fraktionschef Theo Beine zeigte sich überzeugt, dass Michael Carbanje ein guter Bürgermeister sein wird: "Er bietet alles, was wir uns von einem eigenen Kandidaten wünschen würden", sagte er. Die SPD habe ihm zugesichert, dass er im Amt unabhängig agieren könne. "Das ist völlig selbstverständlich. Es ist ja auch bei unseren SPD-Bürgermeistern nicht immer so gewesen, dass sie voll und ganz auf einer Linie mit uns lagen", sagte Beine, der sich mit dem Wahlausgang "hochzufrieden" zeigte.

Ganz anders die Stimmung bei der CDU. Zwar hatte auch Olaf Roßmüller am Sonntagabend seinen Chef angerufen, allerdings um ihm zu sagen, dass er auch die nächsten Jahre weiterhin auf ihn zählen können wird. Ansonsten sprachen die versteinerten Mienen, die es am Sonntagabend während der Wahlparty in der Verbundschule bei der CDU zu beobachten gab, Bände. Stadtverbandsvorsitzender Ulrich Gühnen hatte mit einer Niederlage gerechnet, wenn auch nicht in diesem Ausmaß: "Es war schon zu beobachten, dass ab dem Moment, als Herr Carbanje bekannt gab, antreten zu wollen, die öffentliche Meinung klar zu seinen Gunsten war", hatte er festgestellt. Wie es nun bei der CDU weitergeht, ließ Gühnen offen. "Jetzt wollen wir erstmal Michael Carbanje eine Chance geben. Er hat versprochen unabhängig zu agieren, und daran werden wir ihn messen", so Gühnen. Kommentar

(RP)