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Bundestagswahl in Isselburg: Nicht alle wollen die Jamaika-Koalition

Isselburg : Isselburg: Nicht alle wollen die Jamaika-Koalition

Über das Ergebnis der AfD zeigen sich viele überrascht. Auszählung des Briefwahlbezirks dauerte lange.

Was die Auszählung der Stimmen anbelangt, hat es Isselburg gestern Abend besonders spannend gemacht. Die Ergebnisse des Briefwahlbezirks - gut 18 Prozent der Isselburger Wähler hatten die Briefwahl genutzt - gehörten mit zu den beiden letzten, die für den Wahlkreis Borken II bekannt gegeben wurden. Nur in Bocholt wurde noch länger ausgezählt.

Als gegen 22.15 Uhr das vorläufige Endergebnis für Isselburg dann endlich vorlag, hatten sich die Lokalpolitiker, die zum Verwaltungsstandort an der Hüttenstraße gekommen waren, um dort Prognosen und Hochrechnungen via TV zu verfolgen, schon längst ein Bild gemacht. Die mögliche Jamaika-Koalition sowie der Einzug der AfD in den Bundestag waren bei der Veröffentlichung der Wahlergebnisse in der Hüttenstraße die am meisten diskutierten Themen.

Bürgermeister Rudi Geukes lobte die Entscheidung der Bundes-SPD, der großen Koalition den Rücken zu kehren und sich für die Opposition zu entscheiden. Der bundesweite Wahlerfolg der AfD, die auch in Isselburg immerhin über sechs Prozent der Zweitstimmen einheimsen konnte, überraschte allerdings die Isselburger Politiker aller Fraktionen. Denn im Wahlkampf habe man diese Wähler nicht öffentlich wahrgenommen. "Natürlich gab es unzufriedene Wähler, uns ist jedoch niemand begegnet, der drohte, aus Trotz die AfD zu wählen", berichtete beispielsweise Frank Häusler, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er zeigte sich angesichts des mäßigen Wahlerfolges seiner Partei und der möglichen Jamaika- Koalition nur wenig euphorisch und hielt die gemeinsame Regierungsbildung mit der FDP und den Grünen jedoch für "schwer, aber kaum anders möglich".

Anders sehen dies die Politiker der FDP und der Grünen in Isselburg. Zumindest auf bundesweiter Ebene hielten gestern Vertreter beider Parteien eine Jamika-Koalition für unvorstellbar. "Was soll eine schwarz-gelb-grüne Koalition bewegen?", fragte Uwe Übelacker von den Grünen. Angesichts der stark unterschiedlichen Grundsätze könne er sich nicht vorstellen, dass eine Jamaika-Regierung vier Jahre durchhalte.

Dem stimmte Theo Nieland von der FDP zu: "Die Grundeinstellungen passen einfach nicht zusammen."

(RP)